Wenn man sich einen Zettel mit der Aufschrift Dildo häufiger abspülen! an den Badezimmerspiegel klebt, hat man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu wenig Sex.

— Buchwitz&Stanze, Arschbacken zusammenkneifen, Prinzessin!

Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen.

— Marcel Proust, Eine Liebe von Swann

Ob ich mich als der Held meines eigenen Lebens entpuppen werde, oder ob diese Position von irgend jemand anderem eingenommen wird, müssen die folgenden Seiten zeigen.

— Charles Dickens, David Copperfield

Es war einmal eine Zeit, da hatten Götter in der Stadt gewohnt.

— Wolfgang Koeppen, Der Tod in Rom

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus.

— Marx /Engels, Das kommunistische Manifest.

Es war ein verrückter schwüler Sommer, dieser Sommer, in dem die Rosenbergs auf den elektrischen Stuhl kamen und ich nicht wusste, was ich in New York eigentlich wollte.

— Sylvia Plath, Die Glasglocke

Zugegeben: ein Hammer hat nichts auf einem Dach zu suchen.

— Alexander Spoerl, Ich habe nichts damit zu tun

Wir liegen neun Kilometer hinter der Front.

— Erich Maria Remarque, Im Westen nichts Neues

Viele Jahre später sollte der Oberst Aureliano Buendía sich vor dem Erschießungskommando an jenen fernen Nachmittag erinnern, an dem sein Vater in mitnahm, um das Eis kennenzulernen.

— Gabriel García Márquez, Hundert Jahre Einsamkeit

Ich hab immer alles hingeschmissen.

— T.C. Boyle, Grün ist die Hoffnung

Hier fängt die Geschichte an. Sie erzählt, wie ich in den Besitz des Blutigen Buches kam und das Orm erwarb.

— Walter Moers, Die Stadt der träumenden Bücher

Das ist die Geschichte des Musikers Johannes Elias Alder, der zweiundzwanzigjährig sein Leben zu Tode brachte, nachdem er beschlossen hatte, nicht mehr zu schlafen.

— Robert Schneider, Schlafes Bruder

Niemand konnte behaupten, man hätte ihn nicht gewarnt.

— Matt Ruff, G.A.S

Jeder von uns ist die Liebe im Leben eines anderen.

— Andrew Sean Greer, Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli

Schwungvoll schmierte ich mir Orangenmarmelade auf den Toast, und während ich so vor mich hin strich, war ich stärker denn je versucht, ,trallala' zu singen, denn an diesem Morgen fühlte ich mich in einsamer Hochform.

— P.G. Wodehouse, SOS Jeeves

In der Mottengasse elf, oben unter dem Dach hinter dem siebten Balken in dem Haus, wo der alte Eisenbahnsignalvorsteher Herr Gleisenagel wohnt, steht eine sehr geheimnisvolle Kiste.

— Janosch, Lari Fari Mogelzahn

Scarlett O’Hara war nicht eigentlich schön zu nennen.

— Margaret Mitchell, Vom Winde verweht

In der Pan-Am-Maschine nach Wien befanden sich 117 Psychoanalytiker, und mindestens sechs von ihnen hatten mich behandelt. Einen siebten hatte ich geheiratet.

— Erica Jong, Angst vorm Fliegen

Es war ein strahlend-kalter Apriltag, und die Uhren schlugen dreizehn.

— George Orwell, 1984

Wir stiegen fünf Etagen dem Licht entgegen, verteilten uns in dreizehn Reihen und wandten uns dem Gott zu, der das Tor des Morgens aufschließt.

— Peter Hoeg, Der Plan von der Abschaffung des Dunkels

Eines Tages sah sich Aurora Rodríguez veranlasst, ihre Tochter zu töten.

— Erich Hackl, Auroras Anlass

Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes...

— Homer, Odyssee

Im September 1999 stürzte eine Mann frühmorgens vornüber aus einer im Souterrain gelegenen Kreuzberger Kneipe in eine Pfütze brackigen Regenwassers und fühlte sich nun bereit für einen abschließenden Döner.

— Frank Goosens, Liegen lernen

Wie froh bin ich, daß ich weg bin.

— Johann Wolfgang von Goethe, Die Leiden des jungen Werthers

Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.

— Die Bibel, Gen 1,1

Die Nacht in dem engen Bretterverschlag war saukalt.

— Mikael Niemi, Populärmusik aus Vittula

Am Rande der kleinen, kleinen Stadt lag ein alter, verwahrloster Garten.

— Astrid Lindgren, Pippi Langstrumpf

Ich wurde zwei mal geboren: zuerst, als kleines Mädchen, an einem bemerkenswert smogfreien Januartag 1960 in Detroit und dann, als halbwüchsiger Junge, in einer Notfallambulanz in der Nähe von Petoskey, Michigan, im August 1974.

— Jeffrey Eugenides, Middlesex

Nennt mich Ismael.

— Herman Melville, Moby Dick

Es war spät abends als K. ankam.

— Frank Kafka, Das Schloß

Vor Jahren – ich weiß nicht mehr wann, aber es muß wohl noch gewesen sein, bevor die Dichter anfingen, die Glühwürmchen zu beweinen – wurde mir eines Morgens, während ich das Haus verließ, klar, daß es an der Zeit sei, endlich mit meinem Dorf wieder Frieden zu schließen.

— Gesualdo Bufalino, Museum der Schatten

An den Ufern der Havel lebte, um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, ein Rosshändler, namens Michael Kohlhaas, Sohn eines Schulmeisters, einer der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit.

— Heinrich Kleist, Michael Kohlhaas

Wer von sich selber zu erzählen beginnt, beginnt meist bei ganz anderen Leuten.

— Erich Kästner, Als ich ein kleiner Junge war

Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.

— Stephen King, Der dunkle Turm

Mr. und Mrs. Dursley im Ligusterweg Nummer 4 waren stolz darauf, ganz und gar normal zu sein, sehr stolz sogar.

— Joanne K. Rowling, Harry Potter und der Stein der Weisen

Vielleicht sind in unserem Land noch nie so merkwürdige Bäume gefällt worden, als die sieben Platanen auf der Schmalseite der Baracke III.

— Anna Seghers, Das siebte Kreuz

Die Hälfte meines Lebens war schon vorbei, als mir an einem windigen Frühlingstag Kornél Esti in den Sinn kam.

— Dezsö Kosztolanyi, Die Bekenntnisse des Kornel Esti

Ein Leben beginnt gewöhnlich mit der Geburt – meins nicht.

— Walter Moers, Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär

In einer Nacht wie dieser ging niemand über die Brücke.

— Mickey Spillane, Regen in der Nacht

Stattlich und feist erschien Buck Mulligan am Treppenaustritt, ein Seifenbecken in Händen, auf dem gekreuzt ein Spiegel und ein Rasiermesser lagen.

— James Joyce, Ulysses

Über dem Herd ist eine kleine Lampe angebracht, damit man das Essen besser sieht.

— Helge Schneider, Zieh Dich aus Du alte Hippe

Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.

— Franz Kafka, Die Verwandlung

Jeder bekommt seine Kindheit über den Kopf gestülpt wie einen Eimer.

— Heimito von Doderer, Ein Mord, den jeder begeht

Ihr alle kennt die wilde Schwermut, die uns bei der Erinnerung an Zeiten des Glücks ergreift.

— Ernst Jünger, Auf den Marmorklippen

Weit draußen in den unerforschten Einöden eines total aus der Mode gekommenen Ausläufers des westlichen Spiralarms der Galaxis leuchtet unbeachtet eine kleine gelbe Sonne.

— Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis

John Franklin war schon zehn Jahre alt und noch immer so langsam, daß er keinen Ball fangen konnte.

— Sten Nadolny, Die Entdeckung der Langsamkeit

Ein Schild, das Aussicht über die Insel verspricht: OVERLOOK.

— Max Frisch, Montauk

In unserem Haus gibt es nur einen einzigen Spiegel.

— Veronica Roth, Die Bestimmung

Unter gewissen Umständen gibt es wenige Stunden im Leben, die angenehmer sind als die Stunde, die der Zeremonie, bekannt als Nachmittagstee, gewidmet ist.

— Henry James, Porträt einer jungen Dame

Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen.

— Marcel Proust, In Swanns Welt

Dass meine Enkeltochter so schwierig ist, hängt vor allem mit Carls geringer Spermiendichte zusammen.

— Irene Dische, Großmama packt aus

Am Tag vor seinem 43. Geburtstag kam in Hubert Rosebrock der Verdacht auf, daß er eine ausgesprochene Pfeife war.

— Axel Marquardt, Rosebrock

Entweder mache ich mir Sorgen oder was zu essen.

— Ildikó von Kürthys, Blaue Wunder

Singe den Zorn, O Göttin, des Peleiaden Achilleus...

— Homer, Ilias

Der Schrecken, der weitere 28 Jahre kein Ende nehmen sollte - wenn er überhaupt je ein Ende nahm - begann, soviel ich weiß und sagen kann, mit einem Boot aus Zeitungspapier, das einen vom Regen überfluteten Rinnstein entlangtrieb.

— Stephen King, Es

Tief ist der Brunnen der Vergangenheit.

— Thomas Mann, Joseph und seine Brüder

Der Himmel über dem Hafen hatte die Farbe eines Fernsehers, der auf einen toten Kanal geschaltet war.

— William Gibson, Neuromancer

Einen Polizeibeamten in Uniform, der irgendwo am verlassenen Landstraßenrand neben seinem grün-weißen Polizeiauto vor sich hin tanzt, sieht man eigentlich selten.

— Robert Seethaler, Die Biene und der Kurt

Es lag ein Bischof tot in einer Mur am Zederngebirge fünf Stunden schon unter strömenden Wolkenbrüchen.

— Wolf von Niebelschütz, Die Kinder der Finsternis

Im Frühjahr 1998 kaufte Bluma Lennon in einer Buchhandlung von Soho eine alte Ausgabe der Gedichte von Emily Dickinson und wurde an der ersten Straßenecke, als sie gerade beim zweiten Gedicht angelangt war, von einem Auto überfahren.

— Carlos Maria Dominguez, Das Papierhaus

An diesem Morgen war Fähmel zum ersten Mal unhöflich zu ihr, fast grob.

— Heinrich Böll, Billard um halb zehn

Es war spät abend als K. ankam. Das Dorf lag in tiefem Schnee.

— Franz Kafka, Das Schloss

Am Anfang war eine Landschaft.

— Christoph Hein, Drachenblut

In den letzten Jahrzehnten ist das Interesse an Hungerkünstlern sehr zurückgegangen.

— Franz Kafka, Ein Hungerkünstler

Obwohl die Tat selbst vollkommener Absicht entspringt, geht es mir sehr gegen den Strich, dass ich jede Nacht wieder ins Bett scheiße.

— Dimitri Verhulst, Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau

Am Freitag vor den Winterferien packte meine Mom mir eine Reisetasche und ein paar tödliche Waffen zusammen und fuhr mich zu einem neuen Internat.

— Percy Jackson, Der Fluch des Titanen von Rick Riordan

Der Irrsinn einer herbstlichen Prärie-Kaltfront, näher kommend. Es war deutlich zu spüren, etwas Furchtbares würde geschehen.

— Jonathan Franzen, Die Korrekturen

Diese Geschichte handelt von der Farbe Blau.

— Christopher Moore, Verflixtes Blau

Mancherlei Abstoßendes in dem, was ich zu erzählen habe, mag durch die Verhältnisse bedingt gewesen sein.

— T. E. Lawrence, Die sieben Säulen der Weisheit

Könnte schlimmer sein.

— A.L. Kennedy, Alles was Du brauchst

Ein Fremder steht vor der Tür. Das bin ich. Genau genommen bin ich nicht nur den Menschen hinter der Tür fremd, sondern vor allem mir selber.

— Jan Weiler, Maria, ihm schmeckt’s nicht!

Hört meine letzten Worte. Wo ihr auch seit, hört alle meine letzten Worte.

— William S. Burroughs, Nova Express

Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.

— Franz Kafka, Der Prozeß

Man ist für das Leben nicht eingerichtet.

— Johannes Bobrowski, De homine publico tractatus

Die galaktische Geschichte ist ein bisschen durcheinander geraten, und zwar aus mehreren Gründen: zum einen, weil diejenigen, die ihr auf der Spur zu bleiben versuchen, ein bisschen durcheinander geraten sind, zum anderen aber auch, weil sich einiges an Durcheinander ereignet hat.

— Douglas Adams, Einmal Rupert und zurück

Gestern wird sein, was morgen gewesen ist.

— Günter Grass, Das Treffen in Teltge

Als Mary K.s Gatte noch lebte, Oskar hieß er, und sie selbst noch auf zwei sehr schönen Beinen ging (das rechte hat ihr, unweit ihrer Wohnung, am 21. September 1925 die Straßenbahn über dem Knie abgefahren), tauchte ein gewisser Doktor Negria auf, ein junger rumänischer Arzt, der hier zu Wien an der berühmten Fakultät sich fortbildete und im Allgemeinen Krankenhaus seine Jahre machte.

— Heimito von Doderer, die Strudelhofstiege

Während die meisten jungen Schotten seines Alters Röcke lüpften, Furchen pflügten und die Saat aussäten, stellte Mungo Park dem Emir von Ludamar, Al-Hadsch’ Ali Ibn Fatoudi, seine bloßen Hinterbacken zur Schau.

— T. C. Boyle, Wassermusik

Als Thomas sah, daß die Revolution nicht kam, besann er sich darauf, daß er vor 1968 Architektur studiert hatte, nahm das Studium wieder auf und schloß es ab.

— Bernhard Schlink, Zuckererbsen

Vor einem Jahr kam mein Vater auf die denkbar schwerste Weise zu Schaden, er starb.

— Jurek Becker, Bronsteins Kinder

An dem Morgen, als die letzte Lisbon-Tochter Selbstmord beging, Mary diesmal, mit Schlaftabletten wie Therese -, wußten die Sanitäter schon genau, wo die Schublade mit den Messern war, wo der Gasherd und wo im Keller der Balken, an dem man das Seil festbinden konnte.

— Jeffrey Eugenides, Die Selbstmord-Schwestern

Ich habe einen schlechten Charakter und eine gute Figur.

— Ildikó von Kürthy, Herzsprung

Wir bewältigen unseren Alltag fast ohne das geringste Verständnis der Welt.

— Stephen Hawking, Eine kurze Geschichte der Zeit.

An dem Tag, als Walter Van Brunt seinen rechten Fuß verlor, hatten ihn sporadisch Spukgestalten der Vergangenheit heimgesucht.

— T. C. Boyle, World’s End

Wenn doch mein Vater oder meine Mutter oder eigentlich beide – denn beide waren gleichermaßen dazu verpflichtet – hübsch bedacht hätten, was sie vornahmen, als sie mich zeugten!

— Laurence Sterne, Das Leben und die Ansichten Tristam Shandys

Die Nacht atmete in der Wohnung wie ein dunkles Tier.

— Cornelia Funke, Steinernes Fleisch

Als ich aufwache, ist die andere Seite des Bettes kalt.

— Suzanne Collins, Die Tribute von Panem

Als ich fünfzehn war, hatte ich Gelbsucht.

— Bernhard Schlink, Der Vorleser

Ich lebe allein in einer Garage, zusammen mit einem Laptop und einer alten Handgranate.

— Hallgrímur Helgason, Eine Frau bei 1000°

Der Anfang ist nach diesem Satz vorbei.

— Octavio Paz, La estación violenta

Von allen meinen Erinnerungen, von all den unzähligen Empfindungen meines Lebens war die bedrückendste die Erinnerung an den einzigen Mord, den ich begangen habe.

— Gaito Gasdanow, Das Phantom des Alexander Wolf

Ich höre schon alle sagen, ein Baum, was ist das schon, ein Stamm, Blätter, Wurzeln, Käferchen in der Rinde und eine manierlich ausgebildete Krone, wenn's hochkommt, na und?

— Jurek Becker, Jacob der Lügner

Man ging und ging und sang ,Ewiges Gedenken’.

— Boris Pasternak, Doktor Schiwago

Die Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf nichts Neues.

— Samuel Beckett, Murphy

Wir Deutschen, liebe Kitty, können ein Wirtschaftswunder machen, aber keinen Salat’, sagte Thomas Lieven zu dem schwarzhaarigen Mädchen mit den angenehmen Formen.

— Johannes Mario Simmel, Es muss nicht immer Kaviar sein

Dies hier ist ein erstes Kapitel, welches verhindern soll, daß vorliegendes Werkchen mit einem Zweiten Kapitel beginne.

— Franz Werfel, Stern der Ungeborenen

Er stand vor dem Tor des Tegeler Gefängnisses und war frei.

— Alfred Döblin, Berlin Alexanderplatz

Im Jahre 1853 kam ich als Totgeburt zur Welt.

— Carl Larsson, Die Larssons

Der Untersuchungsrichter Landesgerichtsrat Doktor Ernst Sebastian tötete die erst halb genossene Zigarre.

— Franz Werfel, Der Abituriententag

Als ich noch sehr jung war und den Drang verspürte, irgendwo anders zu sein, wurde mir von reifen Menschen versichert, die Reife werde dieses Jucken kurieren.

— John Steinbeck, Die Reise mit Charley

Zwei Tote lagen schwarz im Januar Brasiliens.

— Christoph Ransmayr, Morbus Kitahara

Immer fällt mir, wenn ich an den Indianer denke, der Türke ein; dies hat, so sonderbar es erscheinen mag, doch seine Berechtigung.

— Karl May, Winnetou I

Rönne, ein junger Arzt, der früher viel seziert hatte, fuhr durch Süddeutschland dem Norden zu.

— Gottfried Benn, Gehirne

Huuuuuh! Oh, seht mich an, ich sterbe.

— Michael Bulgakow, Hundeherz

Im Spital des Waisenhauses - in der Knabenabteilung von St. Cloud's, im Staate Maine - waren zwei Krankenschwestern damit betraut, den neugeborenen Babys einen Namen zu geben und nachzusehen, ob ihr kleiner Penis auch heilte.

— John Irving, Gottes Werk und Teufels Beitrag

Das Haus brannte lichterloh. Nur das Holz im Kamin war unberührt.

— Martin Suter, Small world

Es hätte schlimmer kommen können, glaubt mir.

— Lucía Puenzo, Das Fischkind

Bisher passierte folgendes: Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen.

— Douglas Adams, Das Restaurant am Ende des Universums

Ein Huhn hatte seine Frau gefressen.

— Gerdt von Bassewitz, Peterchens Mondfahrt

Tief ist der Brunnen der Vergangenheit. Sollte man ihn nicht unergründlich nennen?

— Thomas Mann, Der junge Joseph

Falls Sie wirklich meine Geschichte hören wollen, so möchten Sie wahrscheinlich vor allem wissen, wo ich geboren wurde und wie ich meine verflixte Kindheit verbrachte und was meine Eltern taten, bevor sie mit mir beschäftigt waren, und was es sonst noch an David-Copperfield-Zeug zu erzählen gäbe, aber ich habe keine Lust, das alles zu erzählen.

— Jerome D. Salinger, Der Fänger im Roggen

Es war unvermeidbar. Der Geruch bitterer Mandeln ließ ihn stets an das Schicksal verhinderter Liebe denken.

— Gabriel Garcia Marquez, Die Liebe in den Zeiten der Cholera

In der kleinen Pension an der Riviera, wo ich damals, zehn Jahre vor dem Kriege, wohnte, war eine heftige Diskussion an unserem Tische ausgebrochen, die unvermutet zu rabiater Auseinandersetzung, ja, sogar zu Gehässigkeit und Beleidigung auszuarten drohte.

— Stefan Zweig, Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau

Die Ewige Wiederkehr ist ein geheimnisvoller Gedanke, und Nietzsche hat damit manchen Philosophen in Verlegenheit gebracht: alles wird sich irgendwann so wiederholen, wie man es schon einmal erlebt hat, und auch diese Wiederholung wird sich unendlich wiederholen!

— Milan Kundera, Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

An jenem Mittwoch erfüllte sich das Schicksal von Juan Narciso Ucanan, ohne dass die Welt Notiz davon nahm.

— Frank Schätzing, Der Schwarm

Die ewigen Top Five meiner unvergesslichsten Trennungen für die einsame Insel in chronologischer Reihenfolge: 1. Alison Ashworth, 2. Penny Hardwick, 3. Jackie Allen, 4. Charlie Nicholson, 5. Sarah Kendrew.

— Nick Hornby, High Fidelity

Vieles fiele leichter, könnte man Gras essen.

— Ernst Bloch, Freiheit und Ordnung

Er war ein alter Mann und er fischte allein in einem Boot im Golfstrom, und seit vierundachtzig Tagen hatte er keinen Fisch gefangen.

— Ernest Hemingway, Der alte Mann und das Meer

Ich starb 6840 Meter über dem Meeresspiegel am 4. Mai im Jahr des Pferdes.

— Christoph Ransmayr, Der fliegende Berg

Wir starteten in La Guardia, New York, mit dreistündiger Verspätung infolge Schneestürmen.

— Max Frisch, Homo Faber

Heute ist Mama gestorben. Vielleicht auch gestern, ich weiß es nicht.

— Albert Camus, Der Fremde

Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche aber ist auf ihre Art unglücklich.

— Leo Tolstoi, Anna Karenina

Wir waren irgendwo hinter Barstow am Rande der Wüste, als die Drogen zu wirken begannen.

— Hunter S. Thompson, Angst und Schrecken in Las Vegas

Es war einmal eine Hexe, die war erst 127 Jahre alt und das ist für eine Hexe noch gar kein Alter

— Otfried Preußler, Die kleine Hexe

Alle Kinder, bis auf einen, werden erwachsen.

— J.M. Barrie, Peter Pan

An die Wand gedrückt und von der Küche aus nicht zu sehen, schlichen Lyra und ihr Dämon durch den dämmrigen Speisesaal.

— Phillip Pullman, Der goldene Kompass

Zugegeben: ich bin Insasse einer Heil- und Pflegeanstalt, mein Pfleger beobachtet mich, läßt mich kaum aus dem Auge; denn in der Tür ist ein Guckloch, und meines Pflegers Auge ist von jenem Braun, welches mich, den Blauäugigen, nicht durchschauen kann.

— Günter Grass, Die Blechtrommel

Erhardt von Csumlay trug Schwarz, nicht weil seine Frau kürzlich gestorben war, sondern weil Schwarz eine eher ernste Farbe ist.

— Peter Ustinov, Der Mann, der es leicht nahm

Das Leben könnte so schön sein.

— Florian Illies, Anleitung zum Unschuldigsein

Die Dürre hatte schon zehn Millionen Jahre angehalten, und die Herrschaft der schrecklichen Saurier war lange vorbei.

— Arthur C. Clarke, 2001 - Odyssee im Weltraum

Diederich Heßling war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt.

— Heinrich Mann, Der Untertan

Es ist eine weltweit anerkannte Wahrheit, daß ein alleinstehender Mann, der im Besitze eines ordentlichen Vermögens ist, nach nichts so sehr Verlangen haben muß wie nach einem Weibe.

— Jane Austen, Stolz und Vorurteil

Zugegeben: Ich verbrachte einen großen Teil meines Lebens in Zucht- und Irrenanstalten, meine Vorgesetzten beobachteten mich, ließen mich kaum aus den Augen, bis ich selbst der Direktor wurde.

— Jens Beringers, Der Psychopath – die Sezierung des M…

Als der sechzehnjährige Karl Roßmann, der von seinen armen Eltern nach Amerika geschickt worden war, weil ihn ein Dienstmädchen verführt und ein Kind von ihm bekommen hatte, in dem schon langsam gewordenen Schiff in den Hafen von New York einfuhr, erblickte er die schon längst beobachtete Statue der Freiheitsgöttin wie in einem plötzlich stärker gewordenen Sonnenlicht.

— Franz Kafka, Der Verschollene

Es ist ja nun wirklich die große Frage, ob der Sinn des Lebens, das Glück dieser Erde eher in der Betrachtung und in der Besitznahme einer nackten Frau besteht oder vielmehr in der jahrelangen und zähen Beobachtung zweier älterer Brüder, noch dazu fremder.

— Eckhard Henscheid, Die Mätresse des Bischofs

Sie haben mir eine Strafarbeit gegeben.

— Siegfried Lenz, Deutschstunde

Im achtzehnten Jahrhundert lebte in Frankreich ein Mann, der zu den genialsten und abscheulichsten Gestalten dieser an genialen und abscheulichen Gestalten nicht armen Epoche gehörte.

— Patrick Süßkind, Das Parfum

Als ich diese Erzählung zu schreiben begann, fing ich mit der Bemerkung an, dass Mademoiselle Claude eine Hure sei.

— Henry Miller, Madame Claude

Und dann kam mir der Gedanke, daß es für mich nur eins gäbe, alles in einem Buch unterzubringen.

— William Gerhardie, Vergeblichkeit

Es war Juni, die Morgensonne trat aus den Wolken, und Alain ging durch eine Straße in Paris.

— Milan Kundera, Das Fest der Bedeutungslosigkeit

Alles begann irgendwann im vorigen Jahrhundert, in einer Zeit, als sich Liebende noch Briefe schrieben und in versiegelten Umschlägen schickten.

— Stephen Fry, Der Sterne Tennisbälle

Ich begegnete ihm zuerst in Piräus.

— Nikos Kazantzakis, Alexis Sorbas

Der Brief, der alles verändern sollte, kam an einem Dienstag.

— Rachel Joyce, Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Dem Monteur Josef Bloch, der früher ein bekannter Tormann gewesen war, wurde, als er sich am Vormittag zur Arbeit meldete, mitgeteilt, dass er entlassen sei.

— Peter Handke, Die Angst des Tormanns beim Elfmeter

Aber Jakob ist immer quer über die Gleise gegangen.

— Uwe Johnson, Mutmassungen über Jakob