von kris-traveller
Schon lange freuten wir uns auf unseren Urlaub auf der „Blumeninsel im Atlantik“. Beim Landeanflug erhasche ich kurze Blicke auf die schöne Küste von Madeira. Eine spektakuläre Rechtskurve und ein abenteuerlicher Anflug auf die Landebahn „im Meer“. Der Pilot muss die starken Fallwinde ausgleichen, es ist sehr wackelig im Flieger. Bem-vindo á Madeira! Die Fluggäste klatschen.
Durchschnaufen. Das schlimmste habe ich hinter mir. Der Flughafen Funchal auf der portugiesischen Insel Madeira darf nur von Flugkapitänen nach entsprechender Schulung angeflogen werden. Er zählt zu den 10 „gefährlichsten“ Flughäfen der Welt!
Wir schlendern durch die schöne Stadt Funchal und durch den tropischen Botanischen Garten. Die Pflanzenpracht ist beeindruckend. Zum Abendessen gibt es Espada, einen beliebten pechschwarzen Degenfisch mit weißem Fischfleisch. Danach noch ein köstliches Eis.
Alle Touristen tun es. Darum machen auch wir eine lustige und rasante Korbschlittenfahrt durch die steile Altstadt.
Kurzfristig entscheiden wir uns für einen Ausflug auf die Nachbarinsel. Mit einem Schiff fahren wir in 2 ½ Stunden zur wüstenhaften Insel Porto Santo mit kilometerlangen Sandstränden. Für die nächsten 3 Tage ist Entspannung angesagt.
Wir baden im erfrischenden Atlantischen Ozean und liegen in der Sonne. Bei einer schweißtreibenden Mountainbike-Tour lernen wir an einem Aussichtspunkt das ältere deutsche Ehepaar Alf und Ines kennen. Wir verabreden uns für einige Wandertouren auf der Insel Madeira.
Doch es fährt kein Schiff zurück. Spontan buchen wir einen günstigen Flug. In einer kleinen Propeller-Maschine spüren wir die heftigen Windböen. Der Flug dauert nur 15 Minuten. Der Landeanflug ist jedoch noch gewagter als beim ersten Mal. Es ruckelt und wackelt. Doch auch die zweite Ankunft auf der Insel Madeira klappt.
Am nächsten Tag wandern wir mit Alf und Ines entlang den Levada-Bewässerungskanälen durch den dichten grünen Regenwald. Alf ist ein perfekter Reiseführer. Wir klettern mit Stirnlampen durch Felshöhlen und Wasserfälle. Genießen unglaubliche Ausblicke bei perfektem Sommerwetter. Vogelgezwitscher und Stille. Überall Hortensien, Orchideen und afrikanische Liebesblumen. Tropischer Geruch nach Süden.
07:15 Uhr. Dichte Nebelsuppe, Nieselregen, eisig kalter Wind. Nach einer Woche Sonnenschein plötzlich Spätherbst-Stimmung. Am Wander-Parkplatz sagen wir unsere gemeinsame Tour ab. Alf und Ines sind enttäuscht. Sie gehen ohne uns. Wir sehen sie nie wieder.
Zu zweit machen wir eine Inselrundfahrt, baden bei Schlechtwetter und Riesenwellen im kühlen Salzwasser.
2 Tage später machen wir die spannendste Wanderung Madeiras auf die höchsten Berge der Insel. Bei Traumwetter überqueren wir einen bizarren Grat mit beeindruckenden Blicken auf die gesamte Insel und den unendlichen Atlantik. Einfach unbeschreiblich. Beim Gipfelsieg sind wir froh, dass wir nicht im dichten Nebel unterwegs waren.
© kris-traveller 2021-03-13