von NavaNavaki
Ich habe viel zu sagen, bin aber lieber still. Meine Gedanken behalte ich für mich. Ich würde es nicht wagen, zu sagen, was ich will. Denn keinen interessiert es. Keiner hört mir zu. Niemand möchte wissen, was ich denke, fühle, tu. Darum schlucke ich die Emotionen hinunter und setze eine Maske auf. Meine Gedanken schreien mich an. Sie raten mir ständig: „Lauf!“
Trotzdem bleibe ich sitzen und Klage nicht mein Leid. Doch sehe ich die anderen, frisst mich oft der Neid. Denn alle sind sie glücklich. Alle rufen laut. Nur ich bin halt die eine, die immer durch die Finger schaut. Deshalb weine ich ständig leise. Immer dann, wenn es niemand sieht. So muss ich nichts erklären, was eh keinen interessiert. Es würde ohnehin nichts ändern. Probieren hat keinen Sinn. Deshalb weiß niemand, wer ich wirklich bin.
Denn ich habe gelernt zu schweigen. In Gesellschaft sage ich kein Wort. Habe aufgehört Wünsche zu äußern. Denn ich wurde nur enttäuscht. Deshalb klage ich niemandem mehr mein Leid. Meine Gefühle schlucke ich hinunter, lasse sie nicht hinaus. Ich habe so viel zu sagen, bleibe aber still. Das ist, was man erwartet und somit was ich will. Reden ist zwar Silber. Aber Schweigen immer Gold.
© NavaNavaki 2022-08-21