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#leidenschaft#singelstorys

#AmorFati*

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#AmorFati* | story.one

Ich date also Max, um Robert zu vergessen. Dieter, um mich von Moritz unanstĂ€ndigen Spielchen zu erholen. Felix, um nicht in ein emotionales Desaster mit Dieter zu geraten. Klaus...warum noch mal Klaus? Ach ja, der ist einfach zu schoaf, um die Sache sein zu lassen. Dann schreibe ich mit Alex, Detlef, Herbert, damit die zwitschernden Schmetterlinge in meinem Bauch verwirrt-wahnsinnig werden und sich schließlich freiwillig zur erneuten Kokonierung entschließen.

Zumal das Date(n)Schutzgesetz mir die Augen verbindend unterbindet die reellen Namen an der knappen Leine heranzufĂŒhren, sind oben ohne rein ficktive Tittulierungen zur Anwendung gekommen. Um zu wissen, welcher Name nun fĂŒr welchen steht, erstellte ich zum Zwecke dieser EinfĂŒhrung in meine Analen eine - nur fĂŒr mich durch ein SchlĂŒsselloch einsehbare - streng geheime legendĂ€re Legende: Legenden der Leidenschaft, denn stattliche römische LegionĂ€re schaffen Leiden.

Im selben hemmungslosen Atemzug muss die stĂ€nd(er)ige Herausforderung des Merkungsverfahrens, ab einer gewissenlosen Anzahl von mĂ€nnlichen Subjekten, ungeniert angesprochen werden. Daher sei stetig kokette Konzentration geboten, die SM-SMS nicht versehentlich an Herbert statt an Dieter zu adressieren, nicht „Max!“ zu stöhnen, wĂ€hrend ich mich doch mitten im Beischlaf mit Moritz befinde.

Meine taktlose Taktik: ich gehe ca. 5 Meter vor dem virilen Tatort gewissenhaft in mich und versuche in sĂŒĂŸer Versuchung den Namen zu rekonstruieren. Sobald ernannt, spreche ich mir diesen mantrastisch-hypnotisch vor. Durchaus böte es sich zum Zwecke des Memorierens an, jeden Namen durch eine bezeichnende theatralische Rolle zu ergĂ€nzen: Robert - der edle Ritter, Dieter - der lyrische Dichter, Max und Moritz - „gar nicht trĂ€ge, sĂ€gen heimlich mit der SĂ€ge, Ritzeratze! voller TĂŒcke. In die BrĂŒcke eine LĂŒcke.“*

Hinter dieser verruchten Massenabfertigung steckt aigntlich der 3. Wunsch der mordend-modernen Frau an die Fee: „P**** rein - Alltag raus“*. Teufelsaustreibung. Es treiben. Den Schmerz des gebrochenen Herzens vertreiben. Ergo die Vertreibung aus dem evadamistischen Paradies. Um die maskuline Äpfel-Kostung zu demotionalisieren, bleibt nur die Totale Vorgehensweise. Dreckig quantitativ. Nur so entkomme ich der phallischen Falle, dass Gedanken allzu lange bei einem Exemplar tanken oder ich neurotische Kleinigkeiten schnuckelig finde.

Folgerichtig stellt sich Sehnsucht gar nicht erst neben mich. Zuneigung versteckt sich mit zugehaltenen Ohren im Kleiderschrank. Anregung, Aufregung und Erregung sind voll die populĂ€re Gang am Schulhof. Eifersucht ist quasi unauffindbar. (Vielleicht in der Schuhschachtel?) Und mein Selbstbewusstsein lĂ€uft mit erhobenem Köpfchen den Catwalk entlang. Die Geborgenheit verfĂŒhre ich am Ende des Tages in meinem jungfrĂ€ulichen Bett (Sexverbot im Schlafzimmer)*.

* Nietzsche

* LizzArt

* W. Busch

* siehe Story #3 Aigntumswohnung

© aignartig 2020-01-18

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