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Kannten wir uns?

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Kannten wir uns? | story.one

Ich bin jemand der ein Buch anfängt zu lesen, und oft nach nur ein paar Seiten, fange ich ein neues an. Gehört wohl zu meiner „Scanner Persönlichkeit.“ Aktuell liege ich bei neun angefangen Büchern, jedoch das Zehnte las ich in 1,5 Tagen fertig.

Es ging dabei um Erzählungen eines Arztes aus der von ihm praktizierten Reinkarnationstherapie. Um verschiedene Patienten, mit verschiedenen Geschichten aus ihrem Leben, und ihren Leben davor.

Mittelpunkt der Erzählung war jedoch das Leben eines Mannes und einer Frau. Beide stehen in ihrem Leben aufgrund diverser Vorkommnisse vor großen emotionalen Herausforderungen, und suchen Hilfe und Rat bei Rückführungen in vergangene Leben. Die beiden kennen sich nicht. Jeder von ihnen durchlebt bei der Therapie verschiedene schöne und schmerzvolle Erinnerungen, die teilweise hunderte von Jahren zurückliegen. Und obwohl jeder von den beiden unabhängig von dem Anderen die Reise in die Vergangenheit antritt, so ergänzen sich ihre Erzählungen, bis der Arzt erkennt, dass sie sich aus vergangenen Leben kennen, und beschließt sie auch in diesem Leben als fehlendes Puzzleteil des anderen zusammenzuführen.

Nun mag man ja darüber denken was man möchte. Es klingt im ersten Moment zu abstrakt. Zu viel, dass der rationale Verstand nicht begreifen, und für möglich halten kann.

Nur, wenn dem so wäre, und wir werden tatsächlich immer wieder geboren, damit unsere Seele sich in jedem neuen Leben weiterentwickeln, wachsen und lernen kann, so klingt das eigentlich nicht verkehrt. Kommen wir nicht alle einmal zu dem Punkt, uns zu fragen, was der Sinn unseres Lebens ist. Fragen wir uns nicht oft, was unsere Lebensaufgabe ist, und hat nicht jeder von uns eine Schwäche, an der wir versuchen zu arbeiten.

Ist jeder Mensch der in unser Leben tritt ein purer Zufall. Nicht alle. Wie kommt es, dass wir manche Menschen von der ersten Sekunde an ablehnen, ohne sie zu kennen. Mir ist das sehr wenige Male im Leben passiert, aber wenn, dann war es nach 2 Sek. „dich mag ich nicht.“ Wie kommt es, dass wir manchen sehr neutral und eher distanziert begegnen und spüren, und verbindet nichts. In beiden Fällen ist es eine Intuition, eine fehlende Verbindung oder Energie.

Und dann gibt es noch DIE Menschen. Die, zu denen man sich so ziemlich gleich in einer Weise verbunden fühlt. Dabei kann einem dieser Mensch in jeder Beziehung begegnen. Es sind immer DIE Menschen, an die man sich erinnert. Egal ob aus Schulzeiten, als Schwärmerei, als Kollegin, oder sei es die Kassiererin, die einem ein bestimmtes Gefühl gibt.

So ziemlich am schönsten ist aber wahrscheinlich die Verbundenheit zu DEM Menschen. Demjenigen, bei dem man dieses Gefühl hat, ihn zu kennen, ohne ihn zu kennen. Wenn sich zwei Seelen treffen, und nichts mehr klar ist. Zu romantisch? Zu kitschig? Zu unglaubwürdig? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.

Für mich ist alles möglich, solange es keinen Gegenbeweis gibt. Und selbst dann, würde ich meinem Gefühl vertrauen.

© Almedina 2020-08-13

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