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#weltbleibwach

Métamorphose

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Métamorphose | story.one

So wie ein Schmetterling aus seinem Kokon entspringt, und die Metamorphose seines Lebens vollzieht, so tut es der Mensch es ihm gleich.

Voller Vertrauen, Schönheit und lieblicher Naivität erkundet der Mensch neugierig, wissbegierig, hoffnungsvoll und vebindend das Leben.

Wäre der Leichtsinn nicht, so wäre er nie mutig.

Wäre die Kälte nicht, so wüsste er die Wärme nicht zu schätzen.

Würden ihm alle Wünsche auf Anhieb erfüllt werden, so hätte er keine Träume mehr.

Wäre die Liebe nicht, so würde er den Sinn des Lebens niemals erfahren.

So wandelt er umher auf ständiger Suche, und bewegt sich auf Pfaden, an denen er niemals zuvor war. Dies alles in der Hoffnung auf das zu treffen, das zu fühlen, was ihm zu fehlen scheint. Er geht durch Rosen, sticht sich an ihren Dornen. Wird von Schönheit geblendet, die sich durch ihren perfekten Schein, sowie ihrer optischen Illusion als Gift entpuppt, dass ihm in kleinen Dosen verabreicht und seine Seele beinah stumpf gemacht hätte.

Nun blickt er zurück. Sein Weg war nicht immer mit Blüten bedeckt, nicht immer sang ihm eine Nachtigall liebliche Töne, und nicht immer wiegte er sich friedvoll in den Schlaf. Das Leben schrieb ihm keine Symphonie, oft verging der Tag ohne jeglicher Melodie. Jedoch ist er nicht verletzt, nicht verbittert oder gekränkt. Jede Sekunde seines Lebens war richtig, jede Erfahrung unglaublich wichtig. Ja manches Mal fragt er sich warum es so ist wie es war. Jedoch dann schließt er seine Augen, legt die Hand auf sein Herz und erkennt: Es war alles immer da, immer in ihm selbst.

Vielleicht war sie damals nicht anders als heute, nur heute ist nicht damals. Heute ist nicht morgen, und morgen nicht wie heute. Das schrieb sie damals, es gilt teilweise für heute, doch keinesfalls für morgen.

"Leise weht der Sommerwind, es ist niemand da, außer einem Kind. Es kommt mir bekannt vor, als hätte ich es schon einmal gesehen. Es will sich nicht umdrehen, wie wenn es Angst hätte.

Angst vor der Zukunft, Angst vor dem Vielen, dass ihn im Weg steht. Angst, dass alles was jetzt besteht, ihm einmal aus dem Weg geht. Angst nach vorne zu blicken. Angst Neues zu sehen. Neue Dinge zu verstehen. Einfach Angst vor Allem.

Noch immer weht der Sommerwind, und ich sehe noch immer dieses Kind."

© Almedina 2019-12-16

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