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SchizoCoronie

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SchizoCoronie | story.one

Seit Corona wechseln meine Meinungen und Gedanken teils im Sekundentakt. Ich weise SchizoCoronide Verhaltensweisen auf.

In der einen Sekunde bin ich ein Optimist. Die Sch* zieht bald vorüber, alles wird sich sehr rasch wieder stabilisieren, und unser Leben läuft fröhlich weiter, als wäre nichts gewesen. Es wird Monate dauern, wie sollen wir diese verdammte Situation überleben. Die Kinder werden nach Wochen der Isolation zu Zombies, und wenn mich das Virus nicht killt, dann werden sie es tun. Oh, eine Email. Die bearbeite ich schnell. Ich kümmere mich auch gleich um ein paar andere offene Punkte. Wofür das Ganze eigentlich noch, die Situation ist ernst. Sehr ernst.

Ich gehe mir die Hände waschen. Das Fenster war offen. Ach, keine Panik, du hockst beinahe 24/7 in der Wohnung, mal ehrlich. Halt die Füße still. Aber die Dame beim Supermarkt kam mir verdammt nahe, mindestens 2m 35cm.

Oh, Waschmaschine ist fertig. Eigentlich habe ich keine Befürchtung wegen des Virus selbst, diese Ausnahmesituation ist es, die mich sorgt. Riechst du jetzt ernsthaft an dem Lavendel, der am Balkon steht. Im Freien. Dort, wo Viren herumflattern, wie die Motten um das Licht. Na, jetzt wirds aber kritisch um dich.

So ein schöner Tag. So sonnig. Wäre ich im Büro, würde ich auch nicht im Park spazieren können. Aber du wärst frei! So bist du gefangen. Zu Hause sein finde ich schön, wann sonst, kann ich so viel Zeit mit den Kindern verbringen. Sie machen mich wahnsinnig, ich kann mit den Puppen beim besten Willen nicht mehr picknicken gehen, und Peppa Wutz macht mich krank.

Ich sollte keine Nachrichten mehr lesen. Es kommt eh, wie es kommen muss. Google - Corona Updates. Freak. Man muss informiert werden. Man sollte sich seine eigene Meinung bilden. Manches muss man hinnehmen, wie es ist. Ach ja, sagte die, die an verschiedene Theorien glaubt, und alles hundertmal hinterfragt. Das ist etwas Anderes. Ist es etwas Anderes?

Was machen diejenigen, die Kunstnägel haben, jetzt, wo Nagelstudios geschlossen sind? Also mein Alltag läuft so ziemlich normal ab. Zwar in der Wohnung, aber das ist OK. OK? Du bist ein verdammter Grashüpfer, der spielend vom Teppich, zum Bürostuhl, an den Herd, an der Waschmaschine vorbei, über den Staubsauger drüber, und halbtot ins Bett fällt. Du fängst ja schon zum Schielen an. Das eine Auge spielt, das andere hängt am Monitor. Ich bin stolz auf mich. Ich mache das super. Superkompliziert, ja.

Ja, es ist diese gewisse Unsicherheit, diese Ungewissheit, die einem vielleicht zu zwiespältigen Gedankengängen führt. Die Situation ist neu für uns, und ich hätte mir nicht träumen lassen, dass es solche Ausmaße annimmt. Trotz alledem, bin ich überzeugt, dass wir alle gemeinsam, das Problem in den Griff bekommen werden. Weil die Verantwortung bei jedem einzelnen liegt, und jeder einzelne etwas dazu beitragen kann. Dann legt sich das mit der SchizoCoronie auch wieder ;-)

© Almedina 2020-03-20

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