Wie fühlt es sich an? So in etwa...

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Wie es ist, es ist beängstigend, ungewiss und hilflos. Es ist die Tatsache ohne nichts, und auf alles und jeden angewiesen zu sein.

Es ist die Flucht aus einer Welt, in der du dich auf deinem Schulweg fürchten musst. Dinge siehst, die ein Kind nicht sehen sollte. Eine Zeit, in der du eine enorme Ablehnung gegenüber Waffen, lauten Geräuschen und Wut entwickelst.

Eine Zeit, die dir deine Kindheit nimmt, und dich zu früh erwachsen werden lässt. Wenn du Glück hast, darfst du diese grausame Situation verlassen, und in einem neuen Land Zuflucht finden, nur zufrieden sein mit der Tatsache, dass Frieden herrscht.

Du kennst aber die Sprache nicht, nicht die Tradition, nicht die Gepflogenheiten. Du weißt nicht, was man von dir erwartet. Du siehst schmerzvoll zu, wie Kinder aufwachsen, so wie du gerne selbst aufwachsen möchtest.

Das Schicksal, oder purer Zufall, dass du gerade da zur Welt kamst und nicht wo anders, erlaubt es dir nicht. Deine Probleme begrenzen sich nicht auf die eines Gleichaltrigen wie zB. ich habe das von mir gewünschte Spiel, dass ich schon seit ewiger Zeit möchte, nicht bekommen.

Nein. Deine Probleme begrenzen sich auf Visa, Arbeitsbewilligungen, eine Bleibe und die Pflicht und gleichzeitig den Druck alle Auflagen zu erfüllen, um da bleiben zu können wo du bist. Nur das nicht verlieren. Nur im Frieden bleiben, dafür nehme ich alles in Kauf. Zeit heilt in der Tat viele Wunden, unabdinglich sind Narben. Verpasste Möglichkeiten, vergangene Jahre.

Es ist verdammt einfach, Vorurteile zu entwickeln, wenn man selbst im Warmen und Trockenen sitzt. Genug zu essen hat, und Frieden etwas Selbstverständliches und Normales ist.

Ich wage es sogar, darüber nachzudenken, ob es nicht einfach auch die Frustration über das eigene gescheiterte Leben ist, dass die Menschen oft zu Vorurteilen oder unmenschlichen Verhalten führt. Das sind aber Ausnahmen. Gott sei Dank.

Wir leben in einem Land, dass einem alle Möglichkeiten bietet, sofern man gewillt ist diese zu nutzen. Ich lebe in einem großartigen Land, dem ich ewig dankbar bin. Österreich, und speziell Wien ist für mich eines der schönsten und tollsten Länder/Städte der Welt. Auch wenns mich auch mal “anzipft.“ Gehört vermutlich zum Wiener sein dazu.

Ich glaube ich widme meiner Liebe zu Wien einen eigenen Beitrag. Verdient hat es die Stadt allemal.

© Almedina