Das Abenteuer Leben

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Das Abenteuer Leben | story.one

Raus aus der Komfortzone und rein ins Abenteuer! Im Sommer 2017 lernte ich, mich meinen Ängsten zu stellen und sie zu überwinden. Und was dabei rauskam, war einfach unglaublich. Aber eines nach dem anderen.

Ich war ja immer schon ein kleiner Bergfex, liebte die Natur und das Wandern. Ich muss aber nicht in 2h auf einem 2300m hohen Berg angekommen sein und dabei achten, was die Puls- und Atemfrequenz sagt. Zu mir passt Berg-Wandern und nicht Bergsteigen oder Berglaufen. Dabei wähle ich durchaus anspruchsvolle Routen. Anspruchsvoll im Sinne von lange steile Wanderwege, quer durch Wald und Wiesen. Man darf sich ruhig anstrengen, das gehört dazu. Ich bleibe aber auch gerne stehen, um innezuhalten; sauge die Luft und die Umgebung auf, genieße die Stille. Nach einer Bergtour bin ich müde, aber erfüllt von Zufriedenheit und eine innerliche Ruhe macht sich in mir breit.

Doch manchmal brauch ich auch etwas Action. Und das fing an mit Klettern und Kletterparcours. Spontane Entscheidung, gesagt getan. Aber ab einer bestimmten Höhe wird mir etwas mulmig und mein Puls schießt in die Höhe. Adrenalin. Ich atme schneller. Es ist der Wahnsinn, ich liebe solche Kletterparks. Doch was hatte ich mir nur dabei gedacht!? Gar nichts. Ich wollte einfach Spaß haben und meine Grenzen ausloten. Ich nahm die Herausforderung an. Und schaffte es, meine Angst zu überwinden und den 1. Parcours, der für mich als Einstieg schon herausfordernd war, durchzuklettern. Mein Mann war meine seelische Unterstützung. Ich war froh, dass er bei solchen Abenteuern immer mitmachte und dabei vor gar nichts Angst zu haben schien.

Mein nächstes Abenteuer führte mich wieder in luftige Höhen. Paragleiten war angesagt. Es reizte mich, die Welt von oben zu sehen. Ein Fallschirmsprung kam nicht in Frage, davor hatte ich Angst. Warum dann Paragleiten? Ganz einfach, da startet man von der Erde aus, bis es einem sprichwörtlich den Boden unter den Füßen wegzieht. Beim Fallschirmsprung springst du von oben runter. Aha das ist Psychologie. Warum auch immer - es war wieder eines meiner spontanen Aktionen. Ich war aufgeregt und konnte es kaum erwarten. Als ich dann den Boden unter den Füßen verlor und in die Höhe stieg, war es ein herrliches Gefühl, die Welt in der Vogelperspektive zu sehen. Leider war der Tandemflug viel zu schnell wieder vorbei. Mein Guide warnte mich vor dem Suchtpotenzial.

Damit wir das Ende des Sommers schön abrunden, feierten wir unseren 1. Hochzeitstag auf der Isel in Osttirol. Ja, wie? Wir gingen raften. Darauf freute ich mich schon, denn ich liebte das Wasser. Mein Mann hatte als ausgebildeter Rettungs- und Wildwasserschwimmer genug Erfahrung und kannte den Fluss wie seine Westentasche. Und so kam es, dass wir uns am 20.08.2017 bei Kaiserwetter inmitten einer buntgemischten Gruppe wiederfanden. Wir saßen alle im selben Boot.

Dann war meine Abenteuerlust erstmal gestillt.

Aber es ist nicht zu Ende. Denn mein neues, spannendes Abenteuer heißt jetzt Familie.

© Andrea Kirchler