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Das Leben ist (k)ein Spielverderber

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Das Leben ist (k)ein Spielverderber | story.one

"Hubscha kemma" sagte meine fast 2-jährige Tochter vor 2 Tagen zu mir und beobachtete mit großen Augen den herannahenden Hubschrauber. Er flog eine Schleife, bis er dann in einem Feld landete. 2min später kam im Eiltempo ein Rettungsauto dazu.

Erinnerungen werden wach an meine aktive Zeit. Wir wurden einmal zu einem Patienten gerufen mit Verdacht auf Herzinfarkt. Es war sehr knapp und der Hubschrauber musste her. Einige Zeit später haben wir den Mann wieder gesehen, es ging ihm blendend. Das war ein unglaublich gutes Gefühl, dass wir diesem Menschen helfen konnten.

Die Erzählungen an Erlebnissen sind aber unendlich und nicht immer ging es so aus. Ein Verkehrsunfall, bei dem wir zufällig vorbeikamen auf der Rückfahrt vom Krankenhaus endete blutig. Ein 22-jähriger Motorradfahrer frontal gegen den PKW einer jungen, völlig geschockten Lenkerin. Der junge Mann verstarb kurz nach der Einlieferung im KH.

Eine Patientin, Mitte 30, die wir in die Onkologie nach Salzburg brachten. Krebs im Endstadium, sie verstarb 2 Wochen später.

Das Leben kann ein richtiger Spielverderber sein.

Daher eine Geschichte zum Aufmuntern, die mir im Gedächtnis geblieben ist:

Wir wurden am frühen Morgen zu einer Frau mit Verdacht auf Beckenverletzung gerufen. Es war Jänner, die Nacht war kalt und es schneite. Es war extrem rutschig und die Frau war beim Schneeräumen auf dem Eis ausgerutscht. Sie konnte nicht mehr aufstehen und hatte zum Glück ihr Handy dabei, um die Rettung anzurufen. Wir versorgten sie und fuhren zügig ins KH. Es war ein Einsatz, über den wir nachher noch oft gesprochen hatten, weil alles so gut verlaufen ist.

Einige Zeit später wurde für das "Rettungsteam vom Jänner-Nachtdienst" ein Umschlag in der Dienststelle abgegeben. Die Frau bedankte sich bei uns mit einer Karte und 10€ Trinkgeld für jeden von uns, weil wir sie so gut versorgt hatten und sie sich in guten Händen wusste. Uns hat das so gefreut und ich denke heute noch gerne an diesen Dienst zurück.

Es war schön, dass wir helfen konnten.

Meine Tochter starrte immer noch auf den Hubschrauber und sprach auch abends beim Einschlafen davon, dass der "Hubscha" gekommen ist :-)

© Andrea Kirchler 2020-02-19

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