Walulisos Fußstapfen

An einem verregneten Samstagnachmittag Ende der 90er Jahre machte ich mich auf, um mich mit Freunden in der Arge Nonntal (ist ein alternatives Salzburger Szene Beisl, mit Veranstaltungsaal und Infrastruktur, welches mittlerweile schon seit Jahrzehnten existiert) zu treffen. Wir waren damals im Alter von Anfang Zwanzig. Als wir Platz nahmen und etwas bestellten, fiel uns, ein mit einer weißen Toga gekleideter älterer Herr, mit einem langen weißen Bart auf. Wir fanden die Situation ganz "spleenig" und so dauerte es nicht lange bis wir ins Gespräch kamen. Er sagte er sei Hatma, ein Anhänger Walulisos (Wiener Orginal Ludwig „Wickerl“ Weinberger) und sei in dessen Denkschule. Und gerade dabei eine Suizid-Servicestelle zu gründen. Also wo Jemand, der Selbstmordgedanken hege, hin kommen kann und Hatmas Aufgabe bestünde dann darin, Diejenige oder Denjenigen, wieder davon ab zu bringen. Diese Suizid-Servicestelle, führte er weiter aus, plane er in der Herrengasse auf Höhe Bootleg, ein ehemaliges Schallplattengeschäft, Maxim ein Bordell und Paulstube ein Wirtshaus. Der Terminus Technikus Bootleg bedeutet übrigens, einen unerlaubten unter Verletzung der Urheberrechte getätigten Mitschnitt, bei einem Konzert, erwähnte ich. Peter der BWL studierte meinte daraufhin, in der Herrengasse findet ja eine sehr spezielle Cluster Bildung statt. Schenkel klopfen, Gelächter ha ha ha. Wir saßen und plauderten noch einige Zeit mit Hatma, wünschten ihm bei der Umsetzung seiner Idee viel Erfolg, bis wir uns ins Kaiviertel aufmachten um dort einen "Lokalaugenschein" vorzunehmen.

© Andreas Scheck