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Ein Job reicht nicht

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Ein Job reicht nicht | story.one

Es ist schon faszinierend, wieviele unterschiedliche Jobs ein hausbesitzender (Achtung: Das „i“ ist wichtig! Für das „e“ sind die Kids verantwortlich.) Familienvater im Laufe eines normalen Wochenendes ausüben darf - von Müttern red ich gleich gar nicht, das würde den Rahmen sprengen.

Da wär‘ etwa Tellerwäscher, Geschirrspüler, Einkäufer, Putz- & Müllmann, Haustechniker, Koch, Kellner, Mechaniker.

Taxifahrer, Chauffeur, Transporteur: Auf Abruf, immer verfügbar, flexibel in Ziel, Route und Anzahl der zu Chauffierenden. Variables Platzangebot erforderlich - von Mini über SUV, Van bis zum Kleinbus.

Installateur: „Papa, das Wasser im Waschbecken verblubbert nicht, im Klo staut‘s und die Dusche tropft mich blöd an!“

Wahlweise auch Torwart, Balljunge oder Schiri. Selten Ball.

Gärtner: „WIE soll ich Fussballspielen, wenn mich der Rasen unter den Achseln kitzelt?“

Beliebt der Kammerjäger: Monströse 8beinige, furchteinflößende Kreaturen, die sich von der Decke abseilen und wahlweise den Zugang zu Toilette oder Dusche blockieren? Kein Problem! Papa entfernt die fingernagelgroßen, angsterfüllten Spinnen liebevoll im Handumdrehen. Auch Weberknechte werden gerne auf den richtigen Weg gebracht.

Häufig: Psychiater, Universalgelehrter, Vorleser, Dolmetscher, Kommunikationswissenschaftler, Dechiffrierer, Pädagoge, Wecker.

Wasserträger: „Die Mineralwasser-Kiste is so schwer! Ich brauch‘ 3 Wochen bis in‘ Keller!“

Hellseher: „Hast Du gesehen, wo ich gestern meinen Kuschelbären vor der Kampfschnecke in Sicherheit gebracht habe?“ oder “Hab‘ ich morgen schon was vor?“

Fahrlehrer: 8eckige Kurven, farblich umgedeutete Ampeln, verkehrtrum interpretierte Geschwindigkeitsbeschränkungen. „Heißt Stop ECHT Stop?“ Und bitte aufpassen: Wenn bei strahlender Sonne plötzlich der Scheibenwischer des Autos vor euch wachelt - der Wagen biegt SICHER gleich ab. Gruß, L17.

EDV-Consultant: Wenn der damals 2-jährige sich ärgert, warum das Wischen am großen Tablet nicht funktioniert - „Das ist doch der Fernseher!“ - und ein Pubertier auf Umtausch des nagelneuen Laptops plädiert, statt einfach nur Gerät und Stromquelle miteinander zu verkuppeln.

Spielgefährte & Animateur: „Papa, mir is soo langweilig!“ „Spielen wir ?“ „Hmm-nein.“ „Oder vielleicht ?“ „Nein.“ „Aber ... wär‘ doch was, oder?“ „Sicher NICHT!“ „Was dann?“ „Das weiß ICH doch nicht!“

Tankwart: „Schatz, kannst Du mir bitte den Zafünfa auftanken?“ „Der is‘ doch eh noch halbvoll!“ „Aber die Tankstelle hätt‘ grad offen. Und überhaupt kannst Du das VIEL besser.“ Grmpf.

Ghostwriter: Wenn der Aufsatz zwar inhaltlich brilliert, der Stil jedoch mehr dem (falschen) Ende des Besens ähnelt und das Niveau mit einer Creme verwechselt wird.

Immer gern gesehen sind Geldgeber & Sponsor, bisweilen Begleitservice. Dazu noch Motivator, Mediator, Friedensstifter.

Mal schauen, was die Zukunft noch bringt: Detektiv? Fährtenleser? Katastrophenmanager?

© Andreas Trimmel 27.04.2020

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