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Das Urteil

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Das Urteil | story.one

Dezember 2019

Nach unzähligen achteckigen Kurven, wiederholt intensiver und penibler Begutachtung ALLER Verkehrsschilder in der Region - unglaublich, wieviele unterschiedliche Schattierungen von Rot die Stopp-Tafeln aufweisen! - und mit rund zwei Monaten Verspätung war der Tag dann endlich gekommen.

Endlich Beweisaufnahme, endlich Gewissheit, endlich kam die Wahrheit ans Licht.

Die Verhandlung begann verspätet und dauerte knapp mehr als eine halbe Stunde. Aufgrund der akuten, spätnachmittagsbedingten Verdunklungsgefahr mussten manche Aspekte speziell beleuchtet und über weite Strecken neu erfahren werden.

Das Urteil? Was soll ich sagen: Wie erhofft. Wie erwartet. Eindeutig. Zweifelsfrei. Vollends positiv.

Es erging schriftlich. Vorläufig, auf vier Wochen befristet. Danach rechtskräftig. Im Scheckkartenformat.

L17 war Geschichte, ab sofort begann die automotive Phase des Lebens. Gratulation!

Zur Feier des Tages haben wir uns dann - erstmals nach Monaten - ein Spielchen auf der Xbox gegönnt. Passend zum Tag. WRC - World Rallye Championship 😊

In den nächsten Tagen meinte es das Schicksal dann allerdings echt hart mit dem nun Alleinfahrberechtigten, richtig unerbittlich war es.

„Jetzt hab‘ ich endlich den Führerschein - und dann fahr‘ ich weniger als zuvor!“ beschwerte sich der Post-L17er zwei Tage später.

Remember: Den richtigen Schein? Hatte er noch gar nicht. Den provisorischen? Seit zwei Tagen.

Was in diesen 48 Stunden geschah? 19 Stunden schlafen, 19 Stunden Schule (inkl. An-/Abreise und Hausübungen), 3 Stunden Multi-&New-Media, 2 Stunden Geschwister“liebe“. Wieviel er in Nahrungsaufnahme, Körperpflege und Tagträumereien investiert hat, das verschweig‘ ich mal geflissentlich.

(Sehr) Frei nach Karl Valentin:

Mögen hätt‘ er schon gewollt, aber können tät’ er nicht geschafft haben. 😊😊

Photo by Bernard Hermant on Unsplash

© Andreas Trimmel 22.06.2020

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