Erinnerungen

Du fandest die Röcke knapp über den Knien immer besonders anziehend. Heute trag ich meine Traurigkeit bis dahin und frag mich ob du das noch immer so unwiederstehlich findest.

Die Tage fliegen dahin und mit jedem Tag bist du einen Tag weiter weg. Sie haben alle gesagt, dass die Zeit alle Wunden heilt. Und nach diesem Jahr frage ich mich, wie viel Zeit noch vergehen muss. Bis ich die Lücke, die du so leicht hinterlassen hast, wieder füllen kann.

Ich liege heute alleine in meinem Bett. Und wo andere einen großen Kasten, einen blauen Teppich und die verwelkten Rosen sehen, da sehe ich Erinnerungen.

In meinen schwächsten Momenten schaue ich mir dann unsere Fotos an, die ich nicht mal in den Stärksten Momenten schaffe zu löschen. Die Tränen zeigen mir dann einmal mehr, dass du meine Droge warst und ich jetzt mit den Entzugserscheinungen klarkommen muss.

Du bist gegangen, so ungeahnt wie du gekommen bist. In dir habe ich mich gefunden. Jetzt bist du weg und ich suche mich noch immer. Die anderen schütteln den Kopf und ich schaff es nicht besser. Ich suche weiter nach mir. Suche und verstehe, der einzige Ort an dem ich mich finde, sind die Erinnerungen. Die Erinnerungen an uns.

© Annie