Transformation

Eigentlich hatte ich ein normales Leben, eine normale und wunderschöne Kindheit. Ich wurde älter und hätte mich als den Durchschnitt beschrieben. Katholisch, Schülerin, nichts besonderes.

Doch ich habe sie schon früher verspürt. Die Sehnsucht. Die Sehnsucht nach mehr. Nach der Wahrheit. Nach dem Leben. Ich saß in der Kirche, doch durch die Worte des Pfarrers konnte ich Gott nicht finden. Ich saß in der Schule, aber durch die Worte der Lehrer konnte ich das Wissen nicht finden. Ich laß Zeitung, aber durch die Worte der Journalisten konnte ich die Wahrheit nicht finden.

Ich machte mich eines Tages auf, aus der Höhle, wie Platon sagen würde. Aus der Matrix, wie Morpheus es nennen würde. Ich habe meine vergänglichen Abbilder und die ganze Welt hinterfragt und geschaut was dahinter steckt. Es war furchtbar, grausam, es war die Wahrheit. Ich bin aus der Kirche ausgetreten und hab die Zeitungen abbestellt. Der Weg war lang. Und steinig.

Aber heute steh ich hier. Stark. Mit meinem eigenen Glauben und einer völlig neuen Sicht auf die Welt und das Leben. Das Grausame habe ich transformiert. Das Gute kam dabei heraus.

Ob ich mich heute als den Durchschnitt beschreiben würde? Nein. Heute würde ich mich als erwacht beschreiben. Auch wenn ich zu guter letzt natürlich genau eines bin: Mensch.

© Annie