Eine schmerzhafte Erfahrung

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Eine schmerzhafte Erfahrung | story.one

Meine Geschichte mit Zell am See beginnt schon lange vor meiner Geburt. Im Jahr 2000 haben meine Eltern in Kaprun Urlaub gemacht und sind täglich hoch zum Kitzsteinhorn gefahren. Dort hat mein Vater als Ski-Instructor meiner Mutter das Ski fahren beigebracht. "Damit wurde der Grundstein für meine Begeisterung fürs Skifahren gelegt."

Seit 2013 wohne ich mit dem westdeutschen skiverband jede Weihnachts- und Osterferien im Jugendhotel Club Kitzsteinhorn Pecile. Zell am See ist schon seit einer geraumen Zeit mein "zweites Zuhause". Dieses Gefühl bringt der Ort an sich mit, aber auch die Menschen. Da sehe ich zum Beispiel Edith und Peter von der Areitalm und die Familie Pecile. Sie alle kennen mich von klein auf und heißen mich und die Jugendgruppe vom wsv immer herzlich willkommen . Auf der Weihnachtstour verbringe wir 6 Skitage in der Regel an den Schmitten und traditionell den 31.12 auf dem Gletscher des Kitzsteinhorns. Ostern werden meistens 7 Skitage auf dem Gletscher verbracht. Als kleines Mädchen schien mir das ganze Hotel und die Umgebung sehr groß. Ich hatte wirklich Angst meinen Papa und oder meine Skigruppe zu verlieren. Umso älter ich wurde, habe ich gemerkt wie glücklich ich mich schätzen kann, 2 Mal im Jahr dorthin zu fahren.

An dem Tag meiner Skilehrerprüfung stand ich an dem Hang, wo meine Mutter ihre erste rote Piste absolviert hatte. Total aufgeregt nahm ich alles ziemlich intensiv war; alle Unebenheiten im Schnee, die mittlerweile gewordenene Schneesülze und natürlich auch die Wolken am Himmel. Natürlich nicht. Ich war ganz und gar auf meine Prüfung fokussiert mit allem was dazu gehört. Am Ende aller Prüfungen wurden uns die Ergebnisse mitgeteilt. Total aufgeregt fieberte ich meinem Ergebnis zu. Nun war ich endlich an der Reihe. Ich habe bestanden und noch ein Extra dazu bekommen. Letzteres sah ich aber erst beim Blick in den Spiegel am Waschbecken der Häuslalm. Einen richtig guten Sonnenbrand. Für den Nachmittag konnte ich noch alle beruhigen das dies alles okay war. Doch in der Nacht merkte auch ich, dass nur Aftersun nicht mehr ausreichen würde.

Am nächsten Morgen mit dem Blick in den Spiegel musste auch ich schlucken und mir die Wahrheit eingestehen. Ich hatte wirklich ein großes Problem. An der Stirn und über den Schläfen hatte ich jeweils eine kleine schmale Brandblase. Ski fahren wollte ich trotzdem, deswegen ließ ich mich überreden zur Apotheke zu fahren. Diese lag natürlich auf dem Weg zum Gletscher. Dort wurde ich von der Aphotherkerin mitleidig angeschaut. Sie war ziemlich sauer auf mich und wettert dass ich damit meine schöne Haut kaputt machen würde. Das wusste ich wohl selber. Sie wollte mich zum Hautarzt verweisen, aber ohne mich. Total besorgt schimpfte sie weiter und meinte ich sollte wenigstens zur Notfallambulanz gehen. Pustekuchen.

Aber ein Lehrstückchen war es mit trotzdem.

© Antonia Tomaschewski 02.08.2019