Freundschaft

  • 465
Freundschaft | story.one

Ich liege in meinem Bett und telefoniere mit einem sehr guten Freund. Ich kann ihm alles erzählen und er hört mir immer zu, egal um was es geht. Ich höre ihn sehr gerne reden, egal worüber. Seine Stimme ist tief und trotzdem so sanft. Ich verliere mich in seinen Worten und denke darüber nach.

Das nächste Thema in unserem Gespräch wird angeschnitten, doch ich lenke davon ab. Ich erzähle etwas von der Schule und wir beginnen schlagartig zu diskutieren.

Die ersten zehn Minuten sind um und ich weiß, dass es noch ein längeres Gespräch werden würde. Ich muss mich so über die Schule aufregen, oder besser über die Hausübung, die ich nicht checke, so dass ich gar nicht merke, dass 30 Minuten verstrichen waren. Die Zeit kann aber schnell vergehen.

Ich rede mit ihm auch über Jungs, was Mädchen halt so machen und er lässt es ohne einen blöden Kommentar über sich ergehen. Ich frage ihn, was er über meine Probleme als Mädchen denkt, es ist ja auch mal interessant, was er als Junge dazu sagt. Ich präge mir seine Antwort gut ein, könnte ja noch einmal wichtig sein, als mir ein Thema auf der Zunge brennt. Ich will wissen, wie es mit den Mädels geht und gebe ihm Tipps, so von Mädchen zu Junge. Mir wird bewusst wie viel er über mich weiß. Eigentlich so ziemlich alles. Nach meinen besten Freundinnen ist er der Erste, dem ich was erzähle. Er versteht mich und doch erklärt er mich manchmal für verrückt.

Die erste Stunde ist vorbei und wir reden immer noch miteinander. Ich erinnere mich daran, was letztens in der Mittagspause in der Schule passiert ist. Ich muss darüber lachen und er fragt mich, warum ich lache. Ich erzähle ihm die Geschichte, obwohl er dabei war und alles weiß.

Wir saßen vor der Schule auf einer Bank. Meine beste Freundin, sein bester Freund und eine andere Freundin waren dabei. Ich saß mit angewinkelten Beinen im Eck dieser Bank und er machte mir, aus welchen Gründen auch immer, die Schnürbänder meiner Schuhe auf. Wie man mich halt so kennt, musste ich mich übertrieben aufregen, begann aber schließlich, wie die anderen auch, zu lachen. Ich musste ihn dann davon überzeugen, mir die Schnürsenkel wieder zu binden. Ich versuchte mein Bein so auszustrecken, dass er sie gut binden konnte. Er und ich nennen uns gegenseitig manchmal Prinz und Prinzessin und in diesem Moment fühlte ich mich wirklich wie eine eine märchenhafte Prinzessin. Es fehlte nur noch das passende Kleid.Wie schauten uns tief in die Augen und ich sah, wie seine zu funkeln begannen. Ich hielt inne und die Welt um mich herum verschwamm!

Auch jetzt lachen wir über das und ich sehe auf die Uhr. Zwei Stunden. Ich verliere mich oft, wenn ich mit meinem Prinzen telefoniere. Er hat mich aus so vielen Tiefen wieder hochgezogen und mich zu einem besseren Menschen gemacht.

Er lässt mich die Zeit vergessen und alles um mich herum auch. Mit meinen Freunden verbinde ich verschiedene Ereignisse. Meine besten Wegbegleiter, egal ob im Leben oder beim Laufen, meine Runningsisters und er!

© Aurelia