Frauen und die Technik

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Frauen und die Technik | story.one

An einem Freitag Abend wollte ich nach Graz zu einer musikalischen Veranstaltung. Mein Mann meinte:" Gönnen wir uns einen Kurzurlaub!" und erklärte mir wie eine Automatik-Schaltung funktioniert. Bis zu diesem Tag hatte ich unseren Wagen noch nicht benutzt. Man braucht nur den rechten Fuß, Kupplung gibt es keine.

Begeistert von der Einfachheit der „Automatik“ kurvte ich zügig über die Autobahn. Innerhalb von 2 Stunden waren wir im gebuchten Quartier in der Nähe von Graz angekommen.

Ehemann und Tochter ließ ich im Gasthof zurück, für mich hieß es nun, „Auf in die Grazer Innenstadt!“ Problemlos gelangte ich zur Veranstaltung. Ich genoß den Abend und plauderte mit der Veranstalterin.

Gegen 23 Uhr machte ich mich schließlich auf den Weg zum Auto. Ich setzte mich gemütlich auf den Fahrersitz und startete den Motor. Das Fahrzeug ruckelte nur stückweise vor. Irritiert stellte ich den Motor noch einmal ab und begann den Startvorgang noch einmal von vorne. Was war los? Meine einzige Möglichkeit war, wie ein hoppelndes Kaninchen auf den gegenüberliegenden Schrägparkplatz zu gelangen. Ich war beunruhigt und irritiert. Mein Herz klopfte, wollte ich unseren weißen Van unbedingt wohlbehalten nach Hause zurück bringen. Bis jetzt war ja alles gut gegangen.

In meiner Not rief ich meinen Mann an. Er war noch wach, die Kleine schlief bereits. "Irgendwas stimmt nicht mit dem Auto!", sagte ich. "Ich glaube, es ist kaputt. Es ist komisch, ich komme nicht wirklich vorwärts. Der Motor blockiert!"

Mein Mann hörte mir zu, überlegte und sagte:" Okay, erkläre mir genau, was Du gemacht hast, vielleicht komme ich drauf, was das Problem ist!" Unser Gespräch brachte nicht viel. Der Wagen wollte nicht vom Parkplatz. Langsam aber doch wurde ich unruhig. Ich wollte ins Bett, ich war müde.

"Rufe die Leute vom "Mobilitätsdienst" an, ich schicke Dir die Telefonnummer. "Okay! Das mache ich!"

Einige Minuten nach meinem Telefonat kam ein netter Herr vom Pannendienst, ich schilderte ihm mein Problem und er begutachtete das Auto. Er setzte sich schließlich selbst hinein, startete, fuhr rückwärts aus der Lücke und blieb stehen. Meinen Gesichtsausdruck hättet ihr sehen sollen. Ich konnte es nicht fassen. Hatte der Mann etwa magische Hände?

"Kommen Sie, starten Sie, dann sehen wir, was los ist!" Ich war nervös. Zweifel stiegen in mir hoch. Der Wagen brummelte und dröhnte, bewegte sich aber keinen Zentimeter von der Stelle. Ich war mir sicher, das Auto trieb böse Spielchen mit mir.

Der etwa gleichaltrige Mann beobachtete mich und schmunzelte. Sachte berührte er mein linkes Bein und meinte: "Stellen Sie das Bein weit weg von der Bremse. Und jetzt versuchen Sie es noch einmal."

Ich erkannte augenblicklich meinen Fahrfehler. Ich wollte mich am liebsten unsichtbar machen. Im Formular, welches ich unterzeichnete, stand: "Auto blieb im Schnee hängen!". Nur, es lag gar kein Schnee auf der Straße.

Ich winkte und weg war ich. Noch heute lachen wir über mein Erlebnis.

© Barbara Prinz 26.01.2020