München

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München | story.one

Anfang November 2014 verbrachten mein Mann und ich ein verlängertes Wochenende in München. Ich freute mich, konnte ich eine - mir völlig fremde Stadt - mit ihm und meiner Kamera erkunden. Praktischerweise hatte ich mit meinem Mann meinen liebsten Reisebegleiter mit. Er kannte München durch frühere Dienstreisen schon recht gut. So liess ich mich gleich nach unserer Ankunft am Nachmittag, wir stellten nur die Koffer in unserem Quartier ab, in das „Herz“ von München begleiten.

Staunend stand ich am Marienplatz vor dem berühmten, alten Rathaus. Ringsum waren beleuchtete Weihnachtsmarktstände mit kreativ gestaltetem Weihnachtsschmuck aufgebaut. Wir schlenderten durch die Menschenmenge, ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Mein Mann schubste mich an. “Gehen wir dort rüber! Dort hörst Du „es“ besser!“ Wir liefen um die Holzstände herum und dann erst hörte ich das Glockenspiel. Ich war mächtig beeindruckt. Nach einer Weile suchten wir uns noch ein Häppchen zu essen. Kurz bevor wir zum Quartier zurück marschierten, entdeckte ich neben einem Glühweinstand ein Geschenk für uns beide: 2 Kaffeetassen mit der Aufschrift „Prinz“ und „Prinzessin“.

Vom Herumspazieren fielen wir bald müde ins Bett und ich freute mich auf den nächsten Tag. Wir hatten abgemacht, unsere Sightseeingtour fortzusetzen. Mein Mann erfüllte mir Tags darauf den Wunsch, München von „oben“ zu sehen. Wir besuchten den Olympiaturm im Olympiapark. Mein Mann sagte: „Ich habe Gratis-Karten, der einzige Nachteil ist, wir müssen die Stufen benutzen!“ Ich sah das mir bekannte, verdächtige Glitzern in seinen Augen. „Ok, dann gehst Du voran, los gehts!“, grinste ich ihn an. „Dervammt, hast Du mich durchschaut“, jammerte er, und wir nahmen doch den Aufzug.

In vielen Metern Höhe überblickte ich München und bestaunte die Allianz-Arena. Mein Mann erklärte, dass die weissen Plastikluftkissen aussen je nach Spiel von FC Bayern München oder TSV 1860 München rot oder blau beleuchtet wurden. Vom Olympiaturm aus entdeckte ich den Englischen Garten, den grössten Stadtpark Europas. Die Münchner nennen ihn die „grüne Lunge“, und mitten hindurch fliesst der Eisbach. Nach einiger Zeit fragte mein Mann: „Wir gönnen uns heute etwas Gutes, magst Du auch essen gehen?“„Ja! Nach so vielen Sehenswürdigkeiten habe ich richtig großen Hunger und meine Füße wollen auch Pause“, sagte ich.

„Schau!“, rief mein Mann, als er plötzlich stehen blieb. Wir standen vor einem schmucklosen Gebäude. „Kennst Du das?“, fragte er. Ich las eine Aufschrift an der Gebäudemauer: „Taurant“. “Nein, was soll das bitte sein?“„Das ist ein sehr berühmtes Geschäft!“ „Was gibt es da?“ „Ganz tolle Sachen, Markenware! Das musst Du doch kennen!“ „Na, dann schauen wir rein!“, meinte ich. „Nein, dafür sind wir nicht schick genug!“, grinste mein Mann und fing zu lachen an. Mir wurde sofort klar. Hatte er mich wieder einmal hineingelegt.

Was meint ihr? Welches „berühmte“ Haus war das „Taurant“?

© Barbara Prinz