Wien einmal anders erleben

  • 139
Wien einmal anders erleben | story.one

Unlängst besuchte ich in der Wiener Innenstadt eine Veranstaltung. Es war später Nachmittag und ich lief die Ringstrasse Richtung Staatsoper entlang. Als ich den roten Hop-on-Hop-off-Bus vorbeifahren sah, wurden schlagartig schöne Erinnerungen wach:

In meiner intensivsten Wien-Phase wollte ich eines Tages in die Rolle einer „Wien-Touristin“ schlüpfen. “Mein Wien“ einmal anders erleben, war meine Devise. Gesagt, getan. Ich schnappte Jacke und Fototasche und begab mich per U-bahn ins Zentrum der Stadt. Nicht nur die wunderschönen historischen Gebäude zogen mich in ihren Bann. Ich liebte es, Wien wie eine Reisende zu erforschen.

„Warum tust Du Dir das an?“, fragte mich einmal eine Kollegin. „Ich möchte mich in Wien auskennen. Als vor Jahren meine Tante aus den USA zu Besuch kam, und mit mir einen Treffpunkt ausmachte, wurde mir bewusst, dass ich von jenem Café, welches sie mir beschrieb, überhaupt noch nie gehört hatte. Eine Sache, die mir die Augen öffnete: Ich würde „Wien“ erkunden. Meist machte ich mich zu Fuß auf den Weg, denn so konnte ich jede beliebige Perspektive als Foto einfangen.

„Change your way...“, kam mir in den Sinn, oder “You can go where you want to go,...“. Und so hielt ich es für mich: Endlich stand ich in der Seitenstraße zur Oper vor dem riesigen roten Bus. „Do you want a ticket?“, fragte mich die junge Frau, die mögliche Touristen Rundfahrten schmackhaft machte. „Ja, bitte, ich möchte ein Ticket für die rote Route, die blaue Strecke fahre ich beim nächsten Mal mit.“, antwortete ich. Die Ticketverkäuferin lächelte und reichte mir den Fahrschein. „Viel Spaß, have fun!“, rief sie mir nach, als ich bereits am Weg zum Oberdeck war. Die Fahrt war herrlich. Es war bestes Wetter. Ein paar Wolken am Himmel zauberten Kontrast. Wolkenlos sieht nicht so gut aus, auf Bildern. Die Fahrt führte durch das historische Stadtzentrum von Wien direkt zur Donauinsel. Ich hatte die Möglichkeit, das Mozarthaus, die Albertina und die Karlskirche von hoch oben, im Bus sitzend, zu fotografieren. Ich genoß die Zeit, ich versprach mir, diese Möglichkeit öfters zu nutzen. Am Ende der Busstrecke erbat ich mir Hinweise zur blauen Route: ich wollte an einem anderen Tag Schloss Schönbrunn, die frühere Sommerresidenz der kaiserlichen Familie sehen, ausserdem die Orangerie und die Wagenburg mit den prächtigen Kutschen der K. und K. Jahre. Unterwegs würde ich das Schloss Belvedere und das Arsenal in Bildern festhalten können.

Wien einmal anders erleben: Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten. Die eigene Stadt wie eine Touristin kennen zu lerne war bis jetzt immer wieder ein außergewöhnliches, spannendes Erlebnis. Am Schönsten sind Bilder, die Wien aus ungewöhnlichen Blickwinkeln zeigen. Passend dazu schenke ich Euch eines jener Schnappschüsse.

Lasst Euch ein wenig zu neuen Wegen inspirieren. Selbst in unserem „wohl bekannten Wien“ warten viele Orte, Plätze, Straßen und Gassen auf Euren Besuch. Viel Spaß! Wien ist schön.

© Barbara Prinz 20.10.2019