Wien von oben

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Wien von oben | story.one

Wien von oben sehen. Für mich ein lang ersehnter Wunsch. Die Stephansdom-Besteigung erfüllte mir bereits diese Herzensangelegenheit. Was blieb? Die Neugierde, auch andere Aussichten zu geniessen. Ihr kennt das bestimmt: Erlebt ihr einmal diesen außergewöhnlichen Blick über die ganze Stadt, wünscht ihr Euch dieses Bild immer wieder aufzufrischen. Wien von oben. Am liebsten begleitete ich "Wien-Besucher" auf die Aussichtsplattform des Donauturmes. Das Gefühl der Freiheit dort oben ist großartig. Der Rundgang ist fantastisch angelegt, die Sicht bis zum Horizont unglaublich beeindruckend. Der Donauturm wurde erst unlängst komplett renoviert und modernisiert. Der Stil der 60er Jahre wurde beibehalten. Das Café oder Restaurant zu buchen, beschenkt mit wunderbarer Atmosphäre. Für mich ist dieser Ort, der nördlich der Donau liegt, ein Highlight für Festtage.

Die aufregendste Attraktion findet sich im Wiener Prater: Der Praterturm, ist Nervenkitzel pur. Leider ist das nur etwas für besonders mutige Menschen. Ich beispielsweise muss leider unten am Platz bleiben und die von "unten" zusehen. Ich habe gehört, das der Ausblick über die gesamte Stadt wunderschön sei: Wem es nichts ausmacht, in knapp hundert Meter Höhe in einem Sitz an Ketten fixiert zu sein und sich mit etwa sechzig km/h zu drehen, der erlebt Glückseligkeit!

Für Spaziergänger und Wanderer bieten sich der Kahlenberg und die Jubiläumswarte an, "Wien von oben" zu betrachten. Eine feine Sache für Familien mit Hund: Ist man oben angekommen und geniesst den Ausblick über Wien, locken Restaurants mit Speis und Trank. Oder Kaffee und Kuchen.

Völlig verabsäumt habe ich bis heute, von der Dachterrasse des Naturhistorischen Museums aus, die Wiener Ringstraße zu überblicken. Die interessanten Ausstellungsstücke hielten mich jedes Mal davon ab, die Terrasse zu betreten.

Mit meinen Freunden aus den Vereinigten Staaten stieg ich einmal zur Gloriette hoch: Sie ist DAS Juwel des Schlossgartens von Schönbrunn. An jenem Tag konnte ich diesen tollen Aussichtspunkt kaum genießen. Ich war schwanger und mir war gar nicht wohl. Mein Besuch aus den USA bemerkte mein Befinden glücklicherweise nicht, ich wollte, dass der Blick über den Garten und das Schloss Schönbrunn noch lange und einzigartig in Erinnerung bleiben würde. Das Wiener Frühstück auf der Gloriette ließen wir aus. Dafür war die "Kaiser-Jause", wie schon Kaiser Franz Josef sie liebte, der Höhepunkt des Tages: Sachertorte vertrug ich sonderbarer Weise sehr gut.

Als eine Bekannte vor Jahren wieder für 10 Tage in Wien war, trafen wir uns bei ihrer Studienfreundin. Dort erwartete mich eine freudige Überraschung. Wir stiegen bis ganz hinauf auf das Dach. Und ich durfte von dort aus den Anblick über den Wienfluss mit allen Sinnen aufnehmen. Ein Traum! So wertvoll! Wien von oben zu betrachten ist ein Geschenk. Wie damals, so auch heute. Wo habt ihr schon unvergessliche Ausblicke über unsere Stadt genossen?

© Barbara Prinz 17.10.2019