Team Meeting

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Team Meeting | story.one

Seit etwas über einem Jahr bin ich der Newbie in einem neuem Team. Meine ersten Intruktionen waren vorerst meine Arbeit trotz Teamwechsel einfach mal weiterzumachen. Die Bürokratie funktionierte Dank unsere Systeme auch einwandfrei und bevor ich mich versah berichtete ich kurzfristig an einen anderen Manager. Man dachte wohl ich würde es nicht merken. Fest davon überzeugt bald dem Direktor unterstellt zu sein, läuft mir eine Kollegin über den Weg und gratuliert mir zu meiner neuen Chefin. Ich etwas vor den Kopf gestossen, fühlte mich wie ein Ping Pong Ball. Solange der Schläger jedoch trifft und das Spiel im Gange bleibt ist doch alles gut, oder?

Vorsichtig wie auf rohen Eiern wankend, machte ich meine Arbeit weiter. Dann der erste Fauxpas. Mein Netzwerk wurde mir zum Verhängnis, denn es entsprach nicht der politischen Strategie. Ich fühlte mich richtig unwohl in meiner Haut und mein neues Team war für mich so unnahbar. Wir waren durch zig Kilometer getrennt, jeder hatte seine eigene Mentalität und Sprachverständnis. Der gemeinsame Nenner, Fremdsprache Englisch und die gleiche Vorgesetzte. Persönlicher Kontakt kaum bis nicht vorhanden. Wie sollten wir als Team fungieren wenn wir uns so fremd waren?

Unsere Chefin machte es möglich. Das Meeting wurde als Schulung verkauft und schon durften wir unsere Reise nach Mailand antreten. Was würde mich dort erwarten? Jeder musste eine 5 Minuten Präsentation zum Besten geben. Daran scheiterte ich schon kläglich, denn wo sollte ich anfangen? Als Newbie wusste ich einfach viel zu wenig, und von dem Jahr war ich auch 3 Monate krankheitsbedingt nicht verfügbar.

Doch dann die Wende. Der erste Meetingraum so groß wie ein Abstellraum ließ uns alle 8 zusammen rücken. Berührungsängste waren nicht vorhanden. Nach den Vorträgen, war uns bewusst, dass wir alle mit den gleichen Problemen kämpften. Wir fühlten uns oft mit den Aufgaben alleine und der Druck von oben machte dies nicht besser. Ganz schnell stellten wir fest, dass wir unsere Stärken gemeinsam nutzen konnten.

An den Abenden lernten wir uns auch privat von einer anderen Seite kennen. Wir lachten viel gemeinsam und die manch andere Emotion kam auch nicht zu kurz. Tränen schnell wieder weggewischt und ein Gefühl der Gemeinsamkeit stellte sich bei mir ein, ich hoffe auch bei den anderen.

Am letzten Morgen verzichtete ich Frühstücksmensch auf das leckere Buffet im Hotel. Denn ich hatte im Vorfeld schon 7 Wien Ansichtskarten mitgenommen. Jedem schrieb ich persönliche Zeilen in seiner Sprache, dank DeepL war das Übersetzen eine Leichtigkeit. Im Büro übergab ich die Karten und jeder hat sich darüber gefreut. Wenn mein Handeln andere zum Strahlen bringt, Momente in denen mein Herz aufgeht. Dann bin ich der glücklichste Mensch überhaupt.

© Birgit Hofstötter 24.11.2019