Das Abenteuer

Unmittelbar nach dem Betreten des Waldes, wird es schaurig und gefährlich.

Der „dunkle Tann“ verschluckt uns – die umliegende Welt versinkt – spurlos.

Eine Menge ungewöhnlicher Geräusche ist zu hören – knacken – knistern – scharren – der Wind heult durch die Bäume…

Meine Gefährtin und ich blicken uns um – niemand ist zu sehen – und doch fühlen wir, dass wir auf der Hut sein müssen.

Wir kämpfen uns durch Gebüsche und Dickichte – laufen zwischen hohen Bäumen umher und stossen schließlich auf einen Weg, dem wir folgen – nicht wissend, wohin er uns führen wird…

Um uns mannshohe Gräser, Farne und andere meterhohe Pflanzen – und immer wieder die unheimlichen Geräusche…

Meine Gefährtin geht knapp an meiner Seite – sehr knapp. Immer wieder blicken wir uns um – aber keine Menschenseele ist zu sehen.

Ein Häher hat uns wahrgenommen – er warnt alle Waldbewohner mit seinem gellenden Ruf. Meine Gefährtin ist alarmiert und hoch konzentriert – bereit, mich jederzeit gegen plötzlich auftauchende Angreifer zu verteidigen.

Wir wandern weiter und weiter…

Die Dämmerung bricht herein.

Wir haben nichts zu essen, nichts zu trinken – wie wird das alles nur enden.

Aber – was ist das? Da plätschert doch Wasser! Die Gefährtin schleppt sich erschöpft zum Bach und kühlt die heißgelaufenen Sohlen und dann trinkt sie, als gäbe es kein Morgen.

Dann legt sie sich ins kühle Gras – am Ende ihrer Kräfte.

Noch immer ist kein Mensch zu sehen.

Die Geräusche verfolgen uns.

Wir malen uns die kommende Nacht aus – hungernd – allein – schutzlos den Gewalten der Natur ausgesetzt - wir malen uns aus, wie uns nächstens wilde Tiere überfallen, wie uns schießwütige Jäger und obskure Gestalten in der Dunkelheit bedrohen.

Und immer wieder die Geräusche….

Nachdem die Gefährtin wieder zu Kräften gekommen ist, schleppen wir uns weiter – immer noch dem Weg folgend – Kurve um Kurve…..

…und da – ja – da!!!! GERETTET!!!!

Ort der Begebenheit: Weidlingbachweg bei Klosterneuburg

Dauer der Begebenheit: 45 Minuten

Die Gefährtin: eine 10-jährige Bassethündin namens Pippilotta

Wir steigen ins Auto ein – und fahren nach Hause

© Brigitte Sentall