Eindrücke

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Eindrücke | story.one

Unsere Reise durch Vietnam im März 2017 bescherte viele unterschiedliche Eindrücke und gemischte Gefühle.

Eindruck 1: Es begann schon mit unserem vietnamesischen Reiseleiter. Er lebte mit seiner Frau und drei Kindern in Saigon. Er war Chemiker, hatte in der ehem. DDR (Ostdeutschland) seine Ausbildung absolviert. Da er dort keine Anstellung fand, kehrte er mit seiner Frau nach Vietnam zurück. Auch hier konnte er keine Anstellung als Chemiker finden und so wurde er Reiseleiter. Er ist ein sehr guter, interessierter Reiseleiter. Familienfreundlich ist sein Beruf sicherlich nicht, da er viel unterwegs ist.

Eindruck 2: Die Familie fungiert als "Hilfssystem", es ist die Aufgabe des Stammhalters dies zu koordinieren. Allerdings befindet sich Vietnam gesellschaftlich im Umbruch - junge Menschen versuchen im Ausland zu studieren und dort Fuß zu fassen; damit verschwindet allmählich das Hilfssystem Familie.

Eindruck 3: In den nördlichen Regionen kann aufgrund des Klimas nur einmal im Jahr Reis geernet werden; die Reismenge dort reicht gerade für den persönlichen Bedarf. Im Süden dagegen kann im Mekong-Delta bis zu dreimal im Jahr geerntet werden. Hiervon wird viel exportiert. Dies wurde möglich mit der Erneuerung der Wirtschaft 1986 als staatliche Reisfelder an die Bauern zurückgegeben wurden und diese dann die Ernte verdreifacht haben.

Eindruck 4: Eine Herausforderung stellt der Staudämme-Bau in China dar. Dies nimmt Einfluss auf das Mekong-Delta und kann in der Folge das Wasser im Süden reduzieren (Bewässerung Reisfelder, Export...).

Eindruck 5: Ein Stopp führt uns nach Hanoi. In Hanoi sind die Straßen voll mit Autos, stark beladenen Kleintransportern, und vor allem, hupenden Mopeds. Mopeds, Mopeds und noch mehr Mopeds. Angekommen in der 'Railstreet' traue ich meinen Augen zunächst kaum! Hier bahnt sich die Zugstrecke kompromisslos ihren Weg mitten durch das Wohngebiet. Durch die kleinen Gassen, oft nur einen Katzensprung von den Häusern entfernt, fährt ein Zug. Die BewohnerInnen leben mit dem rumpelnden Zug, mehrmals täglich fährt dieser hier durch die engen Gassen. Erschrocken erkundige ich mich bei unserem Reiseleiter ob denn in diesen Häusern entlang der Zugstrecke Menschen leben würden, die kein oder nur ein geringes Einkommen hätten, die keine Arbeit hätten... und er antwortet: "Nein, hier leben ganz normale Menschen, das sind keine Sozialwohnungen, hier wohnen Menschen wie du und ich. Sie arbeiten, haben ein mittleres Einkommen und wohnen hier mit ihren Familien."

Eindruck 6: Aus Überschwemmungen wurde eine Tugend gemacht, das Wasserpuppentheater. Bis zur Hüfte stehen sie im Wasser und dirigieren mit langen, unter Wasser befindlichen, Bambusstangen und daran befestigten Schnüren die hölzernen Figuren. Die Puppenspieler sind nicht zu sehen, sie stehen hinter einer Bühnenwand.

Und viele weitere Eindrücke...die auf 2.500 Zeichen nicht mehr Platz haben.

© Brigitte_S 01.12.2019