Dog Story one & 2

Hallo, ich heiße Brösel. Die Tierärztin fand diesen Namen despektierlich und hat stattdessen "Ambrosius" in meinen Impfpass eingetragen. Ich bin wie man so schön sagt eine Promenadenmischung. Ein kroatischer Strandhund. Meine Mutter war eine Boxerhündin. Vater unbekannt. Nach einer abenteuerlichen Rettungsaktion wurde ich in Salzburg von einer netten Familie mit zwei Söhnen aufgenommen. Lasst mich hier ein paar Episoden aus unserem Patchworkleben zum besten geben:

HUP(F)KONZERT IN DREI SÄTZEN. Spaziergang durch eine wenig frequentierte Altstadtgasse. Ich darf ein paar Schritte frei laufen. Plötzlich hält ein Auto genau vor uns an. Polizei! Sehr lustig. Hab ich schon erzählt, dass es an dem Tag in Strömen geregnet hat? Also: Auto hält, Wasser spritzt, C. erschrickt, ruft in ihrer Panik nach mir. Mich zu fassen hat sie keine Chance, der Schirm, die Einkaufstasche, das Kinderwagerl. Schon im Normalfall hat sie immer eine Hand zu wenig. Womit sollte sie nun nach mir greifen? Sie ruft, ich nehme eine ablehnende Haltung ein, schüttle den Kopf. Sie kommt näher. Also gut denk ich, der G`scheitere gibt nach. Sie will nach mir fassen, da hupt der Polizist. Ich erschrecke und hüpfe davon. Dasselbe Spiel noch einmal. Sie kommt näher, er hupt, ich hüpfe. Dreimal. Ist das Freude am Spiel oder etwa gar Schikane? Wohl doch letzeres, denn er schreit unwirsch beim Autofenster heraus: „Jetzt hängen`S endlich den Hund an. Wenns nit so regnen tat, dann war i eh schon ausgstiegn...“ Ich hab plötzlich Mitleid mit C. und lasse mich widerstandslos gegen die Staats- und sonstige Gewalten einfangen.

EINER MEHR ODER WEINIGER. Es regnet. Wir sind in Salzburg. Ich sag jetzt nicht mehr extra dazu, wenns regnet, nur mehr wenns einmal nicht regnet – OK? Also bei dem „Hundewetter“ – wer den Ausdruck wieder erfunden hat? – geht keiner gern zu Fuß. Auch scheinbar der Herr nicht, der sein Auto in der Franz-Josef-Strasse quer über den Gehsteig geparkt hat. WIR gehen natürlich zu Fuß, eh klar. Nicht aber am Gehsteig, weil dort Auto usw. Runter vom Trottoir und auf die Straße. In dem Augenblick gibt der Fahrer Gas. Sitzt also tatsächlich wer drinnen in der Büchse, das war durch die angelaufenen Scheiben nicht auszumachen gewesen, sonst hätte ihn C. wohl in ihrer bekannt charmanten Art gleich zum Abhauen animiert. So sinniere ich und die Gedanken wären beinahe meine letzten gewesen... Der Typ gibt wie gesagt Gas, fährt rasant rückwärts und erwischt fast mein unvorbereitetes Hinterteil. C. klopft ihm mit der Faust auf den Ko...nein, nicht auf den Kopf, leider nur auf den Kofferraumdeckel. Stehen bleibt er. Fenster runter. Schimpftirade. Eh nix passiert und wenn schon, ein Scheißhund weniger in derer Stadt wär auch kein Schaden. Hatte C. in ihrer Naivität wirklich mit einer Entschuldigung wegen Zuwiderhandelns gegen die Straßenverkehrsordnung bzw. gegen alle guten Umgangsformen gehofft?

© Caroline Kleibel