Die besondere Schokolade

Christine S. geboren am 08.12.1924, gab mir ein paar sehr interessante Eindrücke aus ihrer Kindheit. Meine Uroma lebte in Wals und kam als Erstgeborene in ihrem Elternhaus auf die Welt.

Sie besuchte vier Jahre die Volksschule und anschließend vier Jahre das Realgymnasium in der Stadt Salzburg. Vor den Lehrern hatte sie manchmal große Angst, da sie oft mit dem „Patzenstab“ geschlagen wurde. In ihrer Freizeit musste sie zu Hause des öfteren Kochen, Wäsche waschen, die Wäsche flicken oder ihren Eltern bei der Arbeit auf den Wiesen helfen. Manchmal durfte sie auch mit ihren Freunden in den Wald spielen, aber nur sehr selten, da sie ihre Geschwister auch verpflegen musste. Ihre Mutter war häufig mit der Arbeit überfordert, da es sehr viel zutun gab.

Als 1939 der Zweite Weltkrieg begann, musste sie mit ihrer Familie in ein Mehrfamilienhaus ziehen, da die Kriegsleiter und Kriegshelfer einen Platz zum Schlafen brauchten. Sie musste im Gasthaus arbeiten, da diese zu wenig Aushilfen hatten. Eines Tages hörten sie viele Flieger und rannten in den Bunker um ihr Leben, hin und wieder war es sehr knapp, dass sie es nicht überleben würden, doch wenn man das Geräusch eines Schusses hört, dann läuft man gerne schnell. Eine Amerikaner kam einmal zu meiner Uroma, sie hatte angst, dass er ihr etwaws antun würde, aber er gab ihr Schokolade diese war sehr Heilig, da man Schokolade früher sehr selten bis kaum bekam. Sie war sehr überrascht und konnte es kaum glauben.

Ihren Mann Karl S. lernte sie im Krieg kennen und sie verliebten sich sehr schnell, man könnte sagen es war liebe auf den ersten Blick. Christine S. schrieb ihn oft Briefe, doch bekam selten einen zurück und hatte somit schreckliche Angst um ihren Mann. Karl S. arbeitete als LKW-Fahrer im Krieg und konnte am Ende fliehen. Jedoch verlor er im Krieg die Sehkraft auf seinen linken Auge. Ziele musste er oft mit den Füßen erreichen, daher sagte er öfter zu seinen Enkeln und Kindern: „Zufuaß is a ned weiter als mit´n Radl oda Auto.“

1944 heirateten Christine und Karl S. Christine war bereits hochschwanger mit ihren ersten Kind von sieben. Sie lebten als Familie in Wals noch ihr ganzes Leben in einen großen Haus. 2009 verstarb Karl S., Christine S. lebte noch neun Jahre nach dem Tod ihres Mannes und verstarb schließlich am 08.10.2018.

© Cazzi