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Der Tag an dem ich Mama wurde

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Der Tag an dem ich Mama wurde | story.one

Morgens geht es erstmal zur Toilette. Als ich mir gerade die Hose wieder hochziehen möchte, platzt meine Fruchtblase. Ohne Wassermassen, ohne Schnalzen im Bauch und ohne Geräusch.... also stehe ich geschlagene fünf Minuten da und überlege, ob ich mir vielleicht einfach in die Hose gemacht habe. Soll es ja geben bei Hochschwangeren...

Einmal tief durchgeatmet, den Mann in der Arbeit angerufen und die Kliniktasche kontrolliert. Wehen sind noch keine bemerkbar, also frühstücken und unter die Dusche.

Gegen zehn steigen wir ins Auto, um kurz vor elf liege ich bereits im Kreißsaal.

3 cm offen, meint die supernette Hebamme. Darf bis morgen dauern, dann müssen wir eingreifen, sagt die nicht ganz so freundliche Ärztin. Diese macht noch einen Ultraschall und überreicht mir ein paar Papiere die ich unterschreiben und dann lesen soll. (Ja, in dieser Reihenfolge). Mittlerweile machen sich die Wehen bemerkbar und mir ist es ehrlich gesagt total egal, was ich wo unterzeichnen muss. Also Unterschrift daruntergesetzt und angefangen zu lesen. Nur um dann gleich wieder zu stoppen - seitenweise Komplikationen. Was genau da stand, weiß ich bis heute nicht, ich habe mich nämlich geweigert weiter zu lesen. Ich hatte mich im Vorfeld gut informiert und jetzt würde es kommen, wie es kommt.

Nach ein paar Fragen, dem Legen des Zugangs und Anschließen ans CTG, sind wir für uns. Mittlerweile sind die Wehen gut spürbar. Ein extremes Körpergefühl, aber kein Schmerz. Den Kreißsaal verlassen und spazieren gehen, möchte ich nicht. Die Wehen verarmte ich auf das Waschbecken oder gegen meinen Mann gestützt. Als sie stärker werden, will ich nur noch liegen.

Gegen dreizehn Uhr schaut Rafaela, die supernette Hebamme, vorbei. Sie würde Mittag machen und dann nochmal vorbeikommen. O.K. für mich, ich konzentriere mich sowieso nur mehr auf meinen Atem und darauf meinem Mann die Hand zu zerquetschen. - Hoffentlich tute ich ihm nicht weh?

Circa eine Stunde später taucht Rafaela wieder auf. "Alles klar, wir können in die Badewanne, wenn du willst. So wie du veratmest, bist du fast so weit."

War mir auf dem Bett noch furchtbar kalt und ich hatte totalen Schüttelfrost, wird es in der Badewanne schlagartig angenehmer. Wir sind fast so weit!

Was mein Körper dann macht, ist einfach nur irre: ich habe einen richtigen Glücksflash! Zu hören, dass ich bald aktiv mitarbeiten darf, dass ich tatsächlich gleich mein Baby kennenlerne, macht mich so unfassbar glücklich. So glücklich, dass ich lächeln muss.

Wie viel Zeit beim Pressen genau vergeht, kann ich nicht sagen - plötzlich lässt der Druck nach und ich spürte, wie mein Baby aus dem Wasser gehoben wird. Hatte ich während der Geburt meist die Augen geschlossen, öffne ich sie nun und sehe: mein Kind! Etwas violett, schrumpelig, mit leicht verformten Kopf und ganz vielen dunklen Haaren.

Nach circa sechs Stunden haben wir es geschafft! Ich bin unglaublich stolz. Auf mich. Auf ihn.

© CelineClaire 2020-05-23

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