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#selbstfindung#hochsensibel#hsp

Refugium

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Refugium | story.one

Ich bin 6 Jahre alt und kauere in der Nische zwischen Kasten und Wand, mein Lieblingspolster auf dem Kopf. Ich verstecke mich und weiß selbst nicht so genau wovor.

Zeitsprung

Die Anzeigetafel blinkt, die Türen gleiten auf und ich bin mitten drin. Im "Ameisenbau" wie ich ihn heimlich nenne – für die Meisten wahrscheinlich besser bekannt als U-Bahnstation. Ich hasse diesen Ort. Es ist zu viel, zu eng, zu laut. Als ich den sicheren Hafen "Bus ins Waldviertel" erreiche, bin ich erleichtert. Nach knapp einer Stunde Fahrt und Musik auf den Ohren, lasse ich los.

All die Emotionen, die nicht meine sind. Aber das weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Zeitsprung

Ich merke, dass da etwas nicht zusammenzupassen scheint. Und beginne mich zu fragen, ob all das überhaupt mir gehört.

Dieses Hinschauen macht vieles leichter. Und schwerer. Weil ich nicht mehr sicher bin. Weil sich auch andere in mir austoben dürfen. Oft brauche ich sehr lange um das zu erkennen. Bin mir unsicher wo ich aufhöre und die andere Person beginnt.

Zeitsprung

"Blödsinn! Sie sind nicht schwach, sie schützen sich." Sagt sie und muss dabei fast ein bisschen Lächeln. "Und das können sie eigentlich verdammt gut."

Das Gespräch hallt lange in mir nach und irgendwann gestehe ich mir ein, dass ich stolz bin. Zu sein, wie ich bin. Weil ich es mittlerweile erkenne. Ich Nein sage und ja - auch mal eine Mauer errichte, wenn es notwendig ist. Ich kann ihn beschützen. Den wichtigsten Ort, mein Refugium, mich.

© CelineClaire 2020-03-31

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