Ich will auch einmal ans Meer!!!!

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Ich will auch einmal ans Meer!!!! | story.one

Nur weil man sich liebt, heißt das noch lange nicht, dass man die gleichen Vorstellungen davon hat, wo und wie man Urlaub macht! Mein Mann etwa würde ohne weiteres jedes Jahr am Grundlsee Urlaub machen und danach glücklich und zufrieden in seinen Alltag zurück kehren. Ich selber finde das Salzkammergut und insbesondere das Ausseer Land auch wunderschön und idyllisch. Aber jedes Jahr?! Nein, da langweile ich mich zu Tode!

2005 sah ich dann meine Chance gekommen: „Fred“, sagte ich, „heuer müssen wir mit den Kindern ans Meer fahren! Sonst fahren sie überhaupt nicht mehr mit uns mit!"

Jetzt hatte ich ihn an der richtigen Stelle getroffen. Denn die Familie geht meinem Mann über alles! Vermutlich hat er mich natürlich durchschaut, dass eher ICH ans Meer fahren wollte! Aber mein Argument leuchtete ihm dennoch ein.

Als Ziel wählten wir Kroatien, genauer gesagt Pula an der Südspitze von Istrien.

So fuhren wir an einem Sonntagmorgen in aller Herrgottsfrühe los. Die Fahrt ging problemlos vonstatten. Zwar war es im Auto recht heiß, aber als wir das erste Mal das Meer sahen, waren alle Strapazen vergessen! Nun mussten wir noch durch ganz Istrien nach Pula. Pula war überraschend dörflich (für eine Stadt mit Flughafen) und wir konnten die Tankstelle bald finden. Der Vermieter holte uns ab. Als wir unsere Ferienwohnung sahen, waren wir schwer beeindruckt: alles neu und es gab sogar eine Klimaanlage!

Wir verbrachten ein paar wunderschöne Tage in Pula. Wir besichtigten das Amphitheater, die Schiffswerft und den beeindruckenden Hafen. Natürlich badeten wir auch ausgiebig beim nahegelegenen Campingplatz. Wir besuchten das malerische Städtchen Rovinj bei einem Ausflug mit dem Schiff. Ein Highlight war auch jeden Tag das Beobachten des Verkehrs an einer stark befahrenen Kreuzung von unserem bevorzugten Mittagslokal aus. Da gab es immer etwas zu sehen (und zu hören!).

Dann kam der Tag des Abschieds. Wir fuhren wieder einen Tag früher ab, denn schließlich wollten wir nicht jetzt bei der Heimreise in den Stau kommen. Noch einmal gingen wir auf dem Strand „unseres“ Campingplatzes baden und suchten unsere Siebensachen zusammen. Doch da! Plötzlich war nur mehr einer unserer beiden Söhne da. Der 15jährige Markus war verschwunden. Wir erreichten ihn auch nicht am Handy. Bezüglich meiner Kinder hatte ich schon immer schlechte Nerven und ich habe eine grauenhafte Fantasie. Schon sah ich ihn, wie man ihn am Strand findet, bewußtlos, mit nur mehr einer Niere..... Mein Mann beruhigte mich: Der wird schon wieder auftauchen, mach dir keine Sorgen! Das tat er dann natürlich auch gleich: er verabschiedete sich gerade von der hübschen blonden Holländerin, die er beim Schiffsausflug kennengelernt hatte. Und wo wir gestaunt hatten, wie gewandt er plötzlich Englisch sprechen konnte!

Auch die Heimreise verlief problemlos. So eine schöne Reise! Nächstes Jahr fahren wir wieder an den Grundlsee! Aber vielleicht in ein paar Jahren...

© Christine Amon 14.07.2019