Körperverletzung in Österreich

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Körperverletzung in Österreich | story.one

Wie kriminell ist die Republik Österreich? Ein Erklärungsversuch mit Überraschungen, gestützt auf persönliche Erfahrungen und eine Studie des Ministeriums.

Im Jänner 2018 hat ein Polizist mir den Finger der rechten Hand gebrochen (genauer gesagt: Knochenabsplitterung und drei Wochen Gips). Was habe ich gemacht? Ich habe nach meinem eigenen Smartphone gegriffen. Das war alles. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hatte keine andere Möglichkeit, als ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung einzuleiten.

Dazu ein Exkurs: Im November 2018 haben Justiz- und Innenministeriums stolz die Ergebnisse einer Studie präsentiert. Darin wurden 1.518 Misshandlungsvorwürfe (Anwendung von Körperkraft) gegen österreichische Polizisten analysiert. Von 1.518 Fällen kamen nur 7 Stück (nein, nicht 7 Prozent, sondern 7 Stück) vor Gericht. Diese 7 Fälle endeten mit einem Freispruch in erster Instanz. Daraus folgt: Polizisten werden für ihre Straftaten niemals belangt. Die 1.518 Fälle sind nur der Gipfel des Eisberges, wo tatsächlich eine grobe Körperverletzung stattgefunden hat, wie bei mir ein gebrochener Finger. Es muss wohl angenommen werden, dass kleine Verletzungen gar nicht angezeigt werden.

Warum gibt es viele Polizisten, die ihre Macht missbrauchen? Weil sie es können! Der Polizist, der mir den Finger gebrochen hat, hat alles abgestritten. Er hatte eine 99,54-Prozent-Wahrscheinlichkeit gar nicht vor Gericht gestellt zu werden. Und er hatte eine 100-Prozent-Wahrscheinlichkeit, nicht verurteilt zu werden. Erschreckende Zahlen, weil diese zeigen, wie kriminell die Republik Österreich ist. Anhand dieser Zahlen muss man zu zweifeln beginnen. Wie korrupt Österreichs Amtsträger in Gestalt von Polizisten, Staatsanwälten und Richtern sind? Der Richter ist frei in der Beweiswürdigung. Soll heißen. Willkür ist möglich. Er muss diese Willkür nur irgendwie begründen können. Und seien wir ehrlich: Man kann alles begründen: Terroristen können sogar begründen, weshalb es unglaublich wichtig war, am 11.09.2001 zwei Flugzeuge in das Word-Trade-Center zu steuern. So kann auch jeder Richter zum Schutz der Amtsträger alles begründen. Ich kann gar nicht verstehen, weshalb Justiz- und Innenministeriums diese Studie so stolz präsentiert haben!? Diese Studie zeigt aus meiner Sicht den erschreckend hohen Korruptionsgrand der Republik Österreich.

Die rechtliche Formulierung lautet: Nach der Verdachtslage hat der Polizist das Vergehen der Körperverletzung nach § 83 Abs. 1 StGB und das Verbrechen der schweren Körperverletzung gemäß § 84 Abs. 1 StGB begangen.

Die Statistik stimmt auch im vorliegenden Fall: Der Polizist wurde nicht angeklagt. Angeblich wäre ich nicht glaubwürdig gewesen. Das ist die Willkür, die ich gemeint habe.....

© Christoph_Schwarz 04.11.2019