Vorweihnacht am See

Der Himmel stahlblau, die Sonne etwas blaß, es ist frostig kalt. Leicht kräuselt der Wind die glitzernde Wasseroberfläche. Ein silber glänzendes Fischlein hüpft wieder und wieder aus dem Wasser. Zwei Schwäne ziehen vorbei, unbeeindruckt vom übermütigen Treiben des kleinen Fisches.

Vorweihnachtszeit am See. Eine eigene Welt, ein Universum abseits vom Festtagstrubel. Majestätisch ziehen die Schwäne ihre Runden. Das Fischlein wird seiner Fröhlichkeit nicht müde. Die Wellen plätschern gleichmäßig vor sich hin. Bunte Paragleiter ziehen lautlos ihre Runden. Glitzersterne am stahlblauen Himmel.

Ein Rundfahrtschiff gleitet vorbei, ebenfalls fast lautlos. Sogar die Menschen scheinen leiser zu sprechen. Vorne im Dorf, da herrscht Adventmarkttrubel.

Hier, einige Schritte davon entfernt, bezaubern sanfte Stille und tiefe Empfindungen.

Hier möchte ich bleiben, und doch, es ist nur ein Verweilen. Will mich nicht der hektischen Welt entziehen, genieße nur hie und da diesen wohligen Frieden.

Sanfte Sonnenstrahlen wärmen mein Gesicht. Spür die Kälte nicht. Ruhe und Zuversicht hüllen mich ein, entzünden einen Hauch von Glück. Dieses Flämmchen nehme ich mit in die hektische Welt. Es lässt mich glücklich lächeln und ertragen Zweifel, Angst und all den Trubel.

Droht das Flämmchen zu erlöschen, dann denk ich an mein sonniges Platzerl am See, seh das Fischlein fröhlich hüpfen und tauch ein in diese andere Welt, nur einige Schritte entfernt und doch oft viel zu weit…

© ckd