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Romantisches Sai Kung

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Romantisches Sai Kung | story.one

Das Bike bringt die beiden Wochenend-Abenteurer weg von den betriebsamen Innenstadtteilen auf eine Halbinsel in den New Territories. "Lange Fahrt.", stellt sie fest, als sie seine roten Handrücken sieht. Lilly rubbelt seine Hände warm, lässt den Blick in die Ferne schweifen: hügelig-grüne, felsige Abschnitte. Sie sind auf der Halbinsel Sai Kung, wohin der Weg durch verträumte Fischerdörfer mit kleinen Straßenläden und farbigen Schildern an den Wänden führt.

Sai Kung ist einer der 18 Distrikte in die Hongkong gegliedert ist, die anderen 17 sind Islands, Kwai Tsing, North, Sha Tin, Tai Po, Tsuen Wan, Tuen Mun, Yuen Long, Kowloon City, Kwun Tong, Sham Shui Po, Wong Tai Sin, Yau Tsim Mong, Central and Western, Eastern, Southern und Wan Chai.

Inmitten Sai Kung Town an traditionellen Fischmärkten, wo viele kleine Restaurants mit bewässerten Fischbecken ausgestattet sind, aus denen man sich direkt die lebendigen Meerestiere aussucht, aus den Muschel- und Krebs- und Hummerbecken wählt, genießt sie die Romantik des Moments.

Weil er viel größere Schrittlänge hat, fängt sie an Selbstgespräche zu führen. "Nur noch hier rauf!". Sie kämpft sich motiviert und neugierig die letzten Meter hoch, wird mit grandiosem Rundumblick belohnt, der bis zur Bucht reicht. Lilly ist begeistert, stellt sich einen Sommertag hier wunderbar vor. "Surferparadies?". Er nickt, zieht sie weiter in den Jurassic-Park.

Schließlich kommen sie an eine Boot-Anlegestelle, wo sie eine Schunkelfähre in 20 Minuten Getucker an eine Insel bringt und zwei Stunden Landgang ermöglicht. "Abgefahren hier!", lacht sie, high von so viel sauerstoffhaltiger Atemluft und dem ganzen Dunkelgrün in den Augen.

Zum Glück verirren sie sich nur soweit in den "Busch", dass sie noch hören, als der Kapitän zur Rückfahrt ruft und seinen Gong schlägt. Sie laufen wie verrückt den unebenen Steinweg zurück, kommen nach dem dritten Aufruf, gerade noch, als er das Boot losbindet, vom Steg abstößt, an. Mit großen Augen hüpft Lilly Marc nach in die Fähre lehnt sich erschöpft an seinen Oberkörper, beginnt zu lachen. Die wenigen Einheimischen schimpfen, aber schmunzeln.

Lilly dachte zuerst, sie müssen jetzt auch noch den ganzen Weg durch den Naturpark zurück, doch - Surprise - die Fähre legt gleich im Hafen an. Als sie das Bike stehen sehen, beginnen beide zu lachen und gönnen sich einen großen Topf Muscheln, lassen einen lauten Hochzeitsbus an sich vorbeiziehen, bewundern bunte Sittichpärchen in Bambuskäfigen, entdecken einen riesigen, verzauberten Baum mit Zwei-Meter-Stamm und rosafarbenen Trauerweiden-Ästen und treten die Rückfahrt an - hinein in die Dämmerung, die von den vielen bunten Laternen an den Häusern und öffentlichen Plätzen erhellt ist und ihrem Ausflug ein sehr exotisches, traditionelles Flair verleiht. "Asiatischer Valentinstag.", meint er und dass sich Unverheiratete und Singles zum Laternenfest küssen sollen, damit sie dann für immer verbunden bleiben.

© Daniela Neuwirth 06.04.2020

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