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#reisen#freude#sommer

Gustavo

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Gustavo | story.one

Sogar der Pate würde ein Angebot von ihm niemals ablehnen. Gustavo!

Der Stolz ist diesem Mann buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Gerader Rücken, Gestik, Mimik und Stimmlage drücken seine Macht aus.

Als John auf Bali landet und nach einer Unterkunft sucht, fährt er nach Padang-Padang. Dort soll es Traumstrände, steile Klippen, Bambushütten und Kokosnüsse in Hülle und Fülle geben.

An einen der top Spots bittet John den Fahrer kurz stehen zu bleiben. Von Palmen umrandet, auf der Spitze der Felsen und freiem Blick auf den Ozean ragt ein Glaspalast empor. Das Blue Heaven. John, der für gewöhnlich die Bodennähe im Urlaub sucht, also Zelte bevorzugt, kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Das architektonische Meisterwerk aus Glas hat nur vier Zimmer, einen Privatpool, der in die Klippe eingebettet wurde und das überlaufende Wasser knapp 70 Meter als Wasserfall die steilen Felsen hinunterlaufen lässt.

John möchte dort eine Nacht schlafen, obwohl er sich die Preisliste vorstellen kann. Mut ist gratis. Deswegen geht er auf den Eingang zu und tut mal so als ob er es sich leisten könne. Ihm wird sofort die Tür geöffnet und John verlangt umgehend den Hotelmanager. Nach einem Begrüßungsgetränk und kurzer Wartezeit in der Hotellobby, öffnet sich eine Tür. Vor ihm steht Gustavo, der in Wirklichkeit Ko Koma Al Hadri, heißt. ,,Willkommen im Blue Heaven" du willst hier übernachten? Innerlich nervös sagt sich John ,,du schaffst das" und reicht dem mächtigen Gustavo die Hand. Ich möchte das Zimmer mit Whirlpool am Fenster und Blick auf das Meer, aber ich Zahle umgerechnet nur €80,-. Die Mundwinkel des Managers heben sich leicht an, John hat es geschafft und darf eine Nacht im Paradies schlafen.

Am nächsten Morgen weckt ihn sein Zimmertelefon. Gustavo will ihn sprechen. John packt seine Sachen geht in das Büro des Hotelmanagers. ,,So John, mein Onkel wird dich die nächsten 16 Tage überall hinfahren." John versteht nicht ganz, aber Gustavo besteht auf den Gratistransport. Er wird überall halten. Er wird Stunden warten und dich dort hinbringen wo immer du willst. In Gustavos Blick konnte John lesen , dass er keine Wahl hat und nimmt das Angebot an.

John fährt mit dem Onkel über die ganze Insel. In jedem Hotel läutet das Telefon und dem jeweiligen Hotelpersonal wird geraten John auf Händen zu tragen. Vor jeder Weiterfahrt läutet das Telefon des Onkels. ,,Hallo John, ich hoffe dein Urlaub lässt keine Wünsche offen?" Hier gibt es kein entkommen. Gustavo ist überall.

Der letzte Tag bricht an und der Onkel bringt John zum Flughafen. Dort zückt John seine Geldtasche und möchte sich finanziell erkenntlich zeigen. Der Onkel blickt John tief in die Augen, lehnt das Geld ab und sagt ,, ich dachte wir sind Freunde." Er erklärt ihm, dass in Geld Dämonen stecken. Er habe genug um seine Familie zu ernähren. Mehr braucht er nicht. Freundschaft ist ein Geschenk des Lebens. So verlässt John das indonesische Paradies und lernt wie sich gelebter Altruismus anfühlt.

© David Peter 2020-10-16

leidenschaft

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