Es werde Licht!

Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. So einfach ging das damals zu Zeiten der Bibel.

Montagmorgen, es ist noch finster, ich sitze am PC. Plötzlich Licht aus, ein schwarzerScreen in einem dunklen Zimmer. Eine Sicherung kaputt? Ich taste mich zum Sicherungskasten im dunklen Flur, kann in derFinsternis nichts sehen. Kerze suchen, im Sicherungskasten alles okay. Schnell das Licht im Stiegenhaus überprüfen, ebenfalls dunkel.

Hab doch noch eine kleine Taschenlampe. Mit der Kerze in der Hand Taschenlampe suchen. Schalte sie ein. Uff, eine schwächelnde Batterie gibt nur mehr ein Fuzerl Licht. Aha, habe auch noch eine Stabtaschenlampe. Die schwache Batterie reicht gerade aus um sie in der hintersten, dunklen Ecke im Regal zu finden. Gerettet! Denke ich mir bis ich sie einschalte. Batterien platt.

Schnell checken, ob es zum Stromausfall in der HausanlageNachrichten gibt. Ja eine gibt es, Wien-Strom schon verständigt. Oh je, Handy-Akku zeigt rot an, noch 5% zur Verfügung. Völlig von der Welt abgesperrt, denke ich mir.

Ab ins Badezimmer, duschen. Herrlich nach diesem morgendlichen Stress, denk ich mir. Das warme Wasser wird den Stresspegel senken. Tatsächlich ein kurzer warmer Wasserstrahl, der schnell lauwarm wird und schließlich eiskalt fließt. Heißwasser braucht eben Strom. Schnell warm anziehen, die Wohnung auch schon eher frisch, Heizung ebenfalls ausgefallen. Ein zweites Mal aufs WC, Spülkasten leer. Auch die Pumpe fürs Nutzwasser funktioniert nicht ohne Elektrik.

Am Montag gibt es immer ein gemeinsames Frühstück in der großen Küche. Verzagt gehe ich hin. Wer kommt schon zu einem Frühstück ohne Kaffee oder Tee, denke ich mir. Bin aber nicht alleine. Peter hat alle verständigt: ein Campingkocher sorgt für heißen Kaffee. Nach der ersten Kanne, Gaskartusche leer. Für jeden bleiben ein paar Tropfen. Die schmecken himmlisch. Die Laune wird immer besser und schon kommt die nächste Kanne Kaffee. Es gibt noch Leute mit einem alten guten Holzofen. Es ist soviel gemütlicher gemeinsam die Strapazen durch zu witzeln, als jeder für sich in der Wohnung.

Inzwischen rasen zwei Wien-Strom Autos mit Blaulicht durchs Gelände in den Wald. Dort steht der Trafo; ausgebrannt, muss erneuert werden.

Um punkt 12 Uhr ist der Spuk vorbei. Das Licht geht an, die Heizung brummt, der WC-Behälter füllt sich, Handy-Akku lädt, Warmwasser in Hülle und Fülle und PC-Screen leuchtet. In unserer Zeit: Ohne Strom kein Licht, keine Heizung, kein…… Das Leben scheint still zu stehen, außer man ist mit Menschen zusammen. Und Gott sah, dass das Miteinander gut ist, so denke ich mir. Und Wien-Strom braucht es auch!

© Denise-Skorpion-Jungfrau