Moritz aus dem Katzenhimmel 1

Ich bin ein Kater, der jetzt im Katzenhimmel ist. Während meiner Lebenszeit habe ich meine Memoiren diktiert und die Genehmigung zur Veröffentlichung gegeben.

Ich möchte mich Mal vorstellen: Ich heiße Moritz und war kein gewöhnlicher Kater, weil ich wirklich sehr hübsch war. Eitel war ich nicht. Ich liebte nur die Wahrheit und die ist jedem zumutbar! Es scheint, als wenn die Natur mir Anmut und Ebenmäßigkeit geschenkt hätte. Dafür bin ich wirklich dankbar. Ich wurde mit drei Geschwisterchen in einem alten Koffer mit karierter Decke geboren. Das erste was ich erblickte,war schottisches Karo. Mir fällt erst jetzt auf: Das war schon fast exotisch! Dort blieb ich mit meiner Mama und meinen Geschwisterchen ca. 4 Monate. Meinen Vater lernte ich nie kennen, aber das ist bei Katzen so üblich.

Eines Tages kam eine ganz nette weibliche Person vorbei und soweit ich verstand, wollte sie mich adoptieren. Ich spürte, dass sie keine Erfahrungen mit Katzen hatte, aber ein gutes Herz. Ich hörte sie ängstlich fragen, ob ich eh schon stubenrein sei, ansonsten würde sie mich nach 3 Wochen Probezeit wieder zurückbringen. Nun - in diesem Weidenkorb und dann im Auto entschied ich mich, sie auf die erste Probe zu stellen. Ich schrie die ganze Fahrt gotterbärmlich laut, fing zum Schluss richtig zum Schluchzen an und konnte selbst nicht mehr unterscheiden, ob ich sie nur auf die Probe stellen wollte, oder ob es mir wirklich so elend zu Mute war. Auf jeden Fall blieb sie ruhig, sprach nett und lieb mit mir und bei ihr in der Wohnung angekommen, waren Gott sei Dank ein paar Bewunderer da. Ich stieg mit meiner ganzen Eleganz aus dem Körbchen, innerlich fest entschlossen bei ihr zu bleiben und mein erster Weg führte mich zum Katzenklo. Ich musste ja wirklich dringend und wollte ihr von der ersten Minute an zeigen, dass ich stubenrein war! Sie fiel fast in Ohnmacht vor Freude. In der Folgezeit machte ich ihr in Bezug auf Stubenreinheit noch auf viele Arten Freude. Zwei davon erzähle ich euch.

In der Früh,wenn ich ihren Wecker hörte, miaute ich sie freundlich an und sie nahm mich in den Arm. Danach steuerte sie das Klo an, wo auch mein Katzenklo stand und aus Sympathie und um mich mit ihr zu solidarisieren, setzte ich mich neben ihr in mein Kistchen und ließ es gleichzeitig mit ihr rinnen. Das gefiel ihr sehr und mir kostete es ja nichts. Am meisten begeistert war sie über meine Intelligenz, wenn ich das Menschenklo benützte. Ich stellte mich mit den Hinterpfötchen ins nasse und kalte Wasser, mit den Vorderpfötchen auf die Klobrille und machte mein Lacki. Nur holte ich mir dabei nasse Hinterpfoten und das schadete meinerGesundheit. Deswegen zeigte ich dieses Kunststück nur an Katzenfeiertagen.

Oh je, mein Frauchen hat gerade die Anzahl der Zeichen überprüft, es sind bald 2500 und Ich habe noch eine wichtige Himmelsbotschaft von meinen Katzenbrüdern. Diese menschliche Beschränkung muss ich leider akzeptieren. Wenn ihr die Botschaft hören wollt, dann ein anderes Mal?

© Denise