Die Schrecken eines kurzen Nachnamens...

Nicht häufig kommt es vor, dass ich meinen Nachnamen in den Mittelpunkt einer Geschichte stellen will… Tatsächlich ist es fast noch nie vorgekommen und doch birgt mein Nachname WEX jede Menge Überraschungen, denn es ist immer wieder erstaunlich, was aus drei einzelnen Buchstaben so Alles gemacht wird:

Wechs, Wächs, Becks (ach, wie das Bier?), Wese, Wecks, Wäcks… Das sind alles Schreibweisen, die ich schon erlebt habe.

Eine Verwandte war es mal leid und sagte in einem Laden: „Wex wie Sex nur mit einem W“ und mir war das damals als 14jähriger so unendlich unangenehm… Dabei haben alle gelacht und doch wusste jeder, wie der Name geschrieben wird…

Anderes habe ich erlebt, als ich mal irgendwo anrief und um Informationen bat…

Dame: Wie heißen Sie?

Ich: Ralf Patrick Wex

Dame: Wie schreiben Sie das?

Ich: Wex wie Wilhelm Emil Xantippe

Ich dachte, dass das selbsterklärend sei und war doch sehr überrascht, als der Postbote mit einem prustenden Lachen vor der Tür stand und fragte, ob der Brief für Ralf Patrick Wilhelm Emil Xantipper für mich sei… Ich war fassungslos… Da hatte die Dame tatsächlich zwar noch den Namen Xantippe durch das R männlicher gestaltet und doch in der grundlegenden Aufgabe total versagt…

Damals dachte ich noch, dass es wohl nicht noch schlimmer kommen könnte… Doch tatsächlich war es einige Jahre später so weit. Zu einem speziellen Geburtstag hatte ich Karten für einen wunderschönen, elegant klassischen Ball in einem Fünfsternehotel in Hamburg bekommen können… Voller Stolz und Vorfreude ging ich mit meiner bezaubernden Tanzpartnerin von damals dorthin, nur um dann im Eingangsbereich zu lesen, dass ein gewisser Herr W.I.X eine gewisse Marie von Wunderschönhausen zu Tisch führen sollte… Das musste ich dann am Tisch den anderen Gästen auch noch erklären… Was war mir das peinlich…

Getoppt wurde das Ganze dann nur noch durch eine Fernsehserie namens Kommissar Rex, wobei Rex ein Schäferhund war. Also hieß es dann eine Weile: „Ach Wex, wie der Hund?“ Nun, das fand ich auch nicht so toll. Da bleibe ich lieber bei der Schreibweise meiner Verwandten „Wie Sex nur mit einem W“. Da weiß zumindest jeder drüber Bescheid und ich brauche den Namen nicht umständlich buchstabieren. Mit dieser Variante kann ich gut mit leben. Und das tue ich – wie meine Großfamilie auch – schon seit vielen Jahren… Immerhin lässt sich der Name Wex bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen…

© Der_Hamburger