Über den Dingen

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Meine Freundin, eine wunderbarer Mensch und eine gute Mutter. Voller Liebe und Leidenschaft. Ein sanftes Wesen mit einer warmen Ausstrahlung. Stark und doch so zerbrechlich.

In jungen Jahren, mit 21, wurde sie Mutter einer bezaubernden Tochter. Sie freute sich sehr über dieses Glück. Stolz eine Mama zu sein. Ihr damaliger Freund, der Vater ihrer Tochter, ließ sie sitzen wegen einer Anderen. Die gemeinsame Tochter war damals zweieinhalb Jahre alt. Er verschwand damals mit der Neuen bei Nacht und Nebel nach Schweden. Meine Freundin, enttäuscht und am Boden zerstört. Sie tat mir unendlich leid. Ich unterstützte sie, und half ihr wo ich nur konnte.

Ca. zwei Jahre später lernte sie einen Mann kennen. Das tat ihr gut und sie war glücklich. Die Liebe war groß. Ich freute mich riesig für sie. Das wird jetzt passen, dachte ich. Bald wurde geheiratet. Ich war natürlich immer an ihrer Seite. Sie war einfach glücklich und liebte diesen Mann über alles. So sollte es auch sein, sie hatte es mehr als verdient. Zwei Jahre darauf wurde sie schwanger. Das perfekte Glück. Allerdings hatte sie Angst davor wieder alleine dazustehen,was ich natürlich verstehen konnte. Doch ihr Gatte wünschte sich so sehr Nachwuchs und versprach ihr, sie niemals im Stich zu lassen. Ich hatte auch den Eindruck das sie sich seiner sicher sein konnte.

Nach einer anstrengenden Schwangerschaft, wie ich erst später erfuhr, kam ein gesunder Junge zur Welt. Das Ebenbild seines Vaters. Das Familienglück schien perfekt zu sein.

Eineinhalb Monate nach der Geburt des Sohnes wurde die Scheidung eingereicht. Es fuhr mir durch Mark und Bein, ich verstand die Welt nicht mehr. Da stand sie wieder meine Freundin, die ich so gern habe, mit ihrer Tochter und dem neugeborenen Baby. Voller Schmerz und aufgelöst in Tränen. Ich konnte es kaum fassen.

Traurig und schluchzend erzählte sie mir alles. Ich erfuhr das ihr Gatte immer mehr dem Alkohol zusprach und er drei mal den Führerschein verlor. Sein Kontrollverlust und sein respektloses Verhalten unter dem Einfluß des Alkohols ihr gegenüber wurden immer schlimmer. Wie konnte er nur, sie war doch schwanger! Sie hatte ihn ein paar mal aus der Wohnung geschmiessen, in der Hoffnung das er zur Besinnung kommen würde. Nein, das geschah nicht! Er hatte sich eine Neue gesucht. Er hatte sie im Regen stehen gelassen. Ich konnte und kann es bis heute nicht verstehen. Er wollte doch unbedingt ein Vater sein.

Mittlerweile sind 9 Jahre vergangen und dieser Mann kümmert sich bis heute nicht um sein eigen Fleisch und Blut. Schäbig! Meine Freundin hat es nie verkraftet. Sie lebt alleine mit den Kindern. Es hatte nie wieder einen Mann in ihrem Leben gegeben. Der Schmerz und die Enttäuschung sind zu stark. Die Verletzung zu tief.

Meine Unterstützung und Hilfe wird sie immer bekommen. Den anderen Schmerz und die Enttäuschung kann ich ihr leider nicht abnehmen.

MM

© DieBärin