Das Buch

Es liegt vor mir, ich kann es noch nicht fassen; es ist ein bisschen so wie nach einer Geburt, wenn man irgendwie nicht ganz begreifen kann, dass man nach den 9 Monaten, während der man sich darauf vorbereitet und eingestellt hat, endlich und plötzlich sein Kind im Arm hält. Aber nun ist es da, klein, aber fein, mit einem schönen, mir entsprechenden Cover und ich bin ganz aus dem Häuschen, voll Freude und auch Stolz, dass ich doch noch ein Buch zustande gebracht habe.

Angefangen hatte alles durch ein Malheur, das mir kurz vor Weihnachten passiert ist, als mein Auto während meines Theaterbesuches abgeschleppt worden war und ich leicht geschockt und frustriert tags darauf einen Artikel im Lokalteil der Salzburger Nachrichten entdeckte, der über Story.one berichtete. Kurz entschlossen verfasste ich meine erste Geschichte über das gerade Erlebte, das mich so durcheinander und aufgebracht hatte, um mir den Frust von der Seele zu schreiben.

Ja und dann wurden es immer mehr Geschichten und ich traute mich auch immer mehr von mir preiszugeben und erhielt viele schöne Feedbacks, die mich ermutigten immer weiterzumachen, bis nun genug Geschichten für ein Buch zusammen gekommen sind, ohne dass ich das ursprünglich angestrebt hatte.

Für mich bedeutet dieses Büchlein sehr viel, weil Bücher für mich im Allgemeinen viel bedeuten, sie gehören zu den 3 Dingen, die ich auf die einsame Insel mitnehmen würde, aber auch, weil ich vor langer Zeit ein für mich wichtiges Buch nicht geschrieben habe, meine Dissertation, für die ich alles Material schon gesammelt hatte und die dann nie zustande kam.

Vor einigen Jahren, nach einschneidenden Erlebnissen und Erkenntnissen, die aus mir quasi herausgeflossen waren, druckte ich rund 170 Seiten im CopyShop aus und ließ sie heften; ein paar Freundinnen bekamen sie zum Lesen und fanden sie gut. Ich schrieb immer wieder einmal etwas auf, Einfälle oder Gedankenblitze.

Im Vorjahr verarbeitete ich dann für mich aufregende und erhellende Erfahrungen in einer kecken längeren Erzählung und entdeckte dabei meine Freude am Schreiben wieder. Doch bislang verschwanden meine Gedanken als Notizen über so vieles, das für mich bedeutsam war auf Zetteln und im PC - bis jetzt.

Dass ich gern lese und auch gern schreibe wissen alle, die mich kennen, denn sie bleiben zumeist nicht verschont von etwas längeren Geburtstags- und Weihnachtswünschen, aber dass ich nun öffentlich schreibe und das noch in dem Medium, das ich normal eher meide, hat alle verblüfft.

Meine jüngere Tochter war die erste, die ich mit meinem Buch überrascht habe und mit meinem Geständnis, dass ich die Geschichten zuvor auf einer Plattform veröffentlicht hatte. Freudentränen kullerten als sie mein schön verpacktes Büchlein aus dem Papier holte. Ja und dann folgten meine ältere Tochter und mir liebe Menschen, denen ich mein Buch schenkte, und meine Freude wurde immer noch größer, weil sich alle so gefreut haben, über das Buch und über mich und für mich.

© Doro