Fasching, eine Katze und die große Liebe

Überall hatte ich gesucht. Unter jedem Stein, hinter jeder Ecke. An jedem Tag, in jeder Nacht. Ich durchsuchte alle Straßen und Bars dieser Welt. Selbst in meinen Träumen suchte ich. Und gelegentlich, bildete ich mir ein, auch gefunden zu haben wonach ich suchte. Doch wie ein durstiger, verwirrter Verstand in der Wüste, stellten sich diese Funde als eine Fata Morgana heraus. Nicht mehr als ein Hirngespinst. Jeder dieser Rückschläge lies mich zweifeln. Lies mich glauben, mich auf einem Irrweg zu befinden. Doch beharrlich folgte ich meinem Weg und dieser sollte schlussendlich doch noch belohnt werden.

Es war ein verregneter, kalter Februar Abend im Jahr 2013. Genauer gesagt, Faschingsdienstag der 12. Februar. Widerwillig lies ich mich von meinen Freunden überreden, doch noch auf einen kurzen Abstecher beim Feuerwehrgschnas vorbei zu schauen. Wissend, am nächsten Tag arbeiten zu müssen, nahm ich mir vor nur für ein oder zwei „Safterl“ zu bleiben. Doch die Blaulichtsirene, die im Abstand von fünfzehn Minuten läutete, und bei der es brauch war und noch immer ist, ein Colarum zu trinken, hatte anderes mit mir vor. Vom Gruppenzwang verleitet spielte ich dieses Spiel zwei Stunden lang mit.

Die Gewissheit am nächsten Tag arbeiten zu müssen rückte dadurch in weite Ferne. Und nun war ich es, der die Anderen aufstachelte, noch in eine gegenüberliegende Bar zu gehen, um dort weiter zu feiern.

Dort angekommen, zumindest machte es den Anschein, war ich der einzig Unverkleidete. Und so tanzte ich zwischen Cowboys und Apachen, Krankenschwestern im Minirock und Astronauten bis spät in die Nacht. Als ich mich, lange nach Mitternacht, auf den Heimweg machen wollte, sollte das Schicksal noch eine weitere Überraschung für mich parat haben. Ich stand gerade an der Bar, um mich von meinem letzten Colarum zu befreien, als mich unerwartet jemand von der Seite anredete.

„Warum hast du mich letztes Wochenende nicht begrüßt?“

Neben mir stand eine Katze. Mit schwarz geschminkten Augen, einer schwarzen Nasenspitzen, aufgemalten Schurrbarthaaren und langen dunklen Haaren. Langsam dämmerte es in meinem Kopf. Ich erinnerte mich daran, einen ganzen Tisch voller Bekannter begrüßt zu haben. Ich besann mich jetzt auch wieder, eine mir unbekannte Person mit unfreundlichem Blick, nicht gegrüßt zu haben. Ohne um den heißen Brei herum zu reden, und mit einem Zwinkern sagte ich ihr, dass Mädchen mit solch arrogantem Blick es nicht verdient hätten von mir begrüßt zu werden.

Plötzlich hatte die Katze riesig große Augen. Aber anstatt ihr Krallen auszufahren, lächelte sie mich einfach nur an. Scheinbar hatte sie Sinn für Humor.

Danach küsste ich sie links und rechts auf die Wange und stellte mich hochoffiziell vor.

Die Nacht dauerte schließlich bis in die frühen Morgenstunden.

Noch heute denken wir gerne gemeinsam an diese magische Nacht zurück, in der ich endlich fand wonach ich suchte.

© Eintagsfliege