Wenn die Angst uns lähmt

BÄM! Manche Erkenntnisse kommen unerwartet. Aber dafür heftig.

Über Jahre hinweg rannte ich vermeintlichen Erfolgen hinterher, die mir irgendwann keine Befriedigung mehr geben konnten oder es vielleicht auch noch nie taten. Ständig trieb mich ein einziger Gedanke immer weiter an: Was kommt als nächstes?

Eine unbeschreibliche Sehnsucht nach verheißungsvollem Glück irgendwo in der Zukunft motivierte mich immer weiter zu laufen in meinem selbstgebauten Hamsterrad. Allerdings nur genau so lange, bis das nächste Ziel erreicht war. Dann begann das Spiel von vorne. Und jetzt? War's das nun? Wann bin ich denn nun endlich glücklich und zufrieden? Was muss ich noch alles dafür tun und opfern? Fragen über Fragen - Antworten darauf waren jedoch nicht in Sicht.

So wie ich damals, suchen die meisten Menschen leider ihr ganzes Leben lang an den falschen Stellen. Der Schlüssel zum Glück liegt weder in der unbekannten Zukunft, noch irgendwo im Außen. Er liegt in uns und zwar in Form unserer innigsten Werte und Bedürfnisse. Erst wenn wir bereit sind, uns diese offen und ehrlich anzusehen, einzugestehen ohne sie abzutun, zu bewerten oder zu verurteilen können wir die Richtung ändern und unserer Seele folgen. Auf einmal haben wir nicht mehr das Gefühl vor etwas wegzulaufen, das wir nicht wollen, sondern steuern ganz bewusst auf etwas zu. Auch wenn das Ziel vielleicht noch schwammig oder unklar ist, so fühlt sich der Weg dorthin einfach frei, richtig und lebendig an.

Mir persönlich kam diese Erkenntnis während einer Reise nach Hawaii 2013, die mein Leben für immer veränderte. Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als mir auf einmal bewusst wurde: Mir wurde das Leben auf dieser Welt geschenkt , um einen Sinn und eine Aufgabe zu erfüllen, die außer mir kein anderer erfüllen kann! Und mit einem Schlag war es mir auf einmal unmöglich auch nur einen einzigen Tag länger zu warten Dinge auszuleben und in die Welt trage, die in mir sind. Eine verschwendete Lebenszeit wäre wohl der größte Vorwurf, den ich mir selbst machen könnte.

Wahrscheinlich habe ich auch deshalb so wenig Geduld mit mir nahestehenden Menschen, bei denen ich sehe, dass die Angst sie lähmt und sie in einer permanenten Unzufriedenheit ausharren, weil sie nicht das ausleben, was in ihnen ist. Stattdessen beugen sie sich widerwillig gesellschaftlichen und kulturellen Zwängen, die ihnen ein scheinbares Gefühl von Sicherheit vermitteln. Sie sind so beschäftigt damit sich anzupassen und ein gutes und v.a. funktionierendes Mitglied der Gesellschaft zu sein, dass sie dabei leider eines vergessen: zu leben!

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P.S. Das linke Bild zeigt mich 2012 in Straßburg, das rechte zeigt ebenfalls mich in Straßburg, allerdings 2019. Mehr über meine eigene Geschichte und besagte Reise nach Hawaii erzähle ich in «#ANASHA - Die Reise beginnt». Erhältlich als Taschen- und Hörbuch auf www.anasha.de

© Elena Theis