STUMME SCHREIER

AUSGELIEFERT

Einem weißen Blatt. Der Stift rückt nicht weiter. Punkt. Punkt. Punkt. Ein Fragezeichen erscheint. Wird nachgezeichnet. Wieder und wieder. Papier ist geduldig.

DEMASKIERT

Im Schreibmodus sprach-, jedoch nicht gedankenlos. Wort ertastend. Stille breitet sich aus. Zwischen ihnen. Schuld ist die Figur, welche eine Maske trägt. Sie ist ihr ähnlich.

WARUM

mutet man (Frauen wie) mir zu, hart angefasst zu werden? Wisse! Aus diesen Verletzungen wächst mein Zorn. Du wirst ihn fürchten, wenn er dir Wahrheiten ins Gesicht spuckt. Andererseits. Könnte ich es nicht ertragen. Die Lüge vom Leben in deiner heilen Welt. Obwohl ich den Samthandschuh auch gerne mal spüren würde.

EIN LÄCHELN

will mir nicht gelingen. Vom Zorn zerpresst sind meine Lippen. Erkaltet und erstarrt. Zerschlagen möchte ich, was rundherum. Trotz alledem hältst du mich. Zart und fest. In deinen Armen. Und folgst dem Fluss meiner Tränen.

STUMME SCHREIER

ersticken. An Worten. Wenn Mut fehlt, sie zu verlauten.

DARUM

teile ich meinen Zorn mit dir. Teile ihn dir mit, sobald er von innen nach außen bricht. Wo er verpufft, sich verflüchtigt. Weil er Platz findet zum Austoben.

WENN ICH

im Vorhinein weiß, dass ich mich ganz sicher ärgern werde. Soll ich mich dann negativen Gefühlen aussetzen? Darf ich mich nicht für mein Wohlgefühl entscheiden? Natürlich! Es ist nur so, dass beides mit sehr viel Liebe zusammenhängt.

DEINE GEDULD

lehrt meine, öfter ohne UN auszukommen.

© Elis-Katha