Streuwiesentheater

Ort der Handlung: Ein geschotterter Fuß-/Radweg neben dem Naturschutzgebiet für Vögel. Oberhalb verläuft die ÖBB-Bahnstrecke.

Akteure: Autofahrer, Radfahrer, Hundehalter, Hundehalterin, Spaziergängerin, Jogger

Ein aperer Dezembernachmittag kurz vor Weihnachten. Zwei miteinander befreundete Hundehalter passieren eine Unterführung und nehmen den zuvor beschrieben Weg Richtung heimwärts. In etwa zehn Metern Entfernung steht rechts ein Fahrrad. Beim Näherkommen sehen sie auf der linken Seite hinter gefällten Baumstämmen ein Auto. Offensichtlich vom Schotterweg in die matschige Wiese gelenkt. Der Fahrer des Wagens steht daneben: "Bitte! Wären Sie so freundlich, anzuschieben?" Hundehalterin leise zum Hundehalter: "Hat der das Schild nicht gesehen?" Hundehalter: "Wohl nicht." Hundehalterin: "So ein Depp!" Zum Autofahrer: "Beide können wir nicht! Wegen der Hunde." Zum Hundehalter: "Gib mir die Leine. Ich gehe ein Stück vor. Und pass bitte auf, dass Du nicht unter das Auto rutschst!"

Der Radfahrer wurde vom Autofahrer bereits vorne rechts postiert. Der Hundehalter soll auf die andere Seite. Er nickt dem ersten Helfer freundlich zu. Autofahrer, im Wagen sitzend, steckt den Kopf heraus: "Bitte nun schieben! Ich werde nach hinten rausfahren." Er startet. Beide Männer vorne schieben. Das Auto ruckelt zurück, rutscht wieder vor. Nach fünf Versuchen sind die Rillen so tief geworden, dass die Reifen durchdrehen. Autofahrer: "Ich fahre weiter in die Wiese hinein. Wir brauchen festeren Untergrund." Hundehalter und Radfahrer nicken stumm. Die zwei Hunde zerren Richtung Herrchen, welches jetzt Äste und Reisig von den liegenden Baumstämmen sammelt. Zur Verfestigung des Matsches. Hundehalterin beruhigt die Vierbeiner.

Eine Spaziergängerin kommt. Der Autofahrer steigt aus: "Können Sie uns bitte beim Schieben helfen?" Sofort hilfsbereit stellt sie zuallererst das Fahrrad weiter weg . Hundehalterin laut: "Wäre es nicht besser, die Frau ans Steuer und somit drei Männer schieben zu lassen?" Sie denkt sich: "Der soll sein Auto schön selber anschieben!" Die Spaziergängerin wird vom Autofahrer instruiert, langsam und mit viel Gefühl rückwärts zu fahren. Leider bleibt das Fahrzeug immer wieder stecken. Nun ein Vorschlag ihrerseits: "Ich werde das Auto nach vorne, um die Baumstämme herum, lenken." Die Hundehalterin findet diese Idee gut. Das Fahrrad wird wiederum umgestellt. Doch klappt auch diese Variante nicht. Wind kommt auf. Es dämmert bereits.

Da naht ein Jogger. Hundehalterin: "Können Sie uns bitte helfen?" Nach ihrem kurzen Bericht weiß er die Lösung: "Hier kommt man nur mit viel Schwung heraus!" Der Autofahrer will selbst ans Steuer. Die nun vier Helfer spornen sich gegenseitig an. Jogger: "Mehr Gas! Gleich nochmal!" Es wird geschoben und Gas gegeben, bis es raucht. Das Fahrzeug kommt in Fahrt. Die Autoschieber ins Taumeln. Wir sehen den Rücklichtern nach.

© Elis-Katha