GEFÜHLE

UNBESCHRIEBEN

Gefühle fließen. Aus mir. Ganz leicht. Sie sind aber kaum durch den Stift zu kriegen. Druck hilft hier nicht weiter! Meint das Blatt und starrt mich an.

Kurze Momente lösen Gefühle aus, die sich lang und breit machen in mir. Und das kann manchmal dauern.

Entfesseln sie meine Seelengefühle wie Einsamkeit, Liebe, Schwere, Freude oder Klarheit – auf diese habe ich nämlich selbst keinen Einfluss – empfinde ich jene Momente bereichernd und erfüllend, zum Nachdenken anregend.

Verursachen Momente ein von meinem Verstand produziertes Menschengefühl, wirken sie verzehrend und schmerzlich auf mich. Um nur einige dieser Gefühle zu nennen: Neid, Wut, Hass, Eifersucht, Zuneigung, Ablehnung, Sorge, Angst, Trauer, Schuld, Überlegenheit oder Sinnlosigkeit.

So tragen kurze Momente dazu bei, mich über längere Zeit richtig wohl zu fühlen, mein Leben zu lieben. Oder sie katapultieren mich aus der Bahn. Dann stelle ich mein Leben in Frage, weil ich mir selber leid tue, den klaren Blick verliere.

Aus diesem Grund sammle ich gute Momente, schöne Momente auf Vorrat. Weil sie mir helfen, mich und mein Leben gern zu haben, mich wohl zu fühlen, zufrieden zu sein. Und je bewusster ich mir solcher Momente bin, umso mehr empfinde ich Glück. Oder anders ausgedrückt habe ich das Gefühl, dass sich mein Schicksal erfreulich fügt.

Und jeden Tag freue ich mich schon auf die Nacht, die ich neben dir verbringen darf. Wir durch unsere Häute die wärmenden Körper spüren, dem anderen beim Einschlafen zuhören können. Nichts stimmt mich in diesen Momenten friedlicher als dein Schnarchen.

© Elis-Katha