Hinterrücks

Wer will, den nehme jetzt ich mit auf eine Reise in den Abgrund. Dorthin, wo finstere Gedanken hausen. Die sich nähren von Geschichten. Aus dem Leben. Das manchmal sehr dunkle Seiten hat. Für einige Menschen wird es deswegen nie mehr ganz hell sein. Denn kaputte Kinder kann man nicht reparieren. Und für die Seele gibt es keine Ersatzteile.

HINTERRÜCKS

Vielleicht ein Tanz? Doch auf Distanz.

Zu achten fällt schwer. Einer will immer mehr.

Wo Haut die Haut berührt, bleibt sie ganz unberührt.

Bleibt kalt. Obwohl das Fleisch warm ist.

Doch sie gefühlsarm ist, weil bestohlen.

Der Gefühle. Als Kind. Nie mehr erholen.

Konnte sie sich. Von diesem Schmerz.

An Körper, Seele und Herz. Mutterseelenallein.

Nur mit dem Hass in ihr, der anfängt, zu gedeihn.

Hass. Auf sich selbst. Und auf die Täter.

Ein Kind macht sich doch nicht selbst zum Opfer, Väter!

Später waren sie doppelt so alt. Und älter.

Männer, die sie sich nun selber krallt. Behälter,

in denen sie sie sammelt. Bis ihr Fleisch darin vergammelt.

Opfer sind jetzt die andern. Beute.

Die sie sich holt. Auch heute.

Und Arme sie nun halten. Ganz fest.

Damit sie sich fallen lässt. Unter ihm.

Wo sie dann auf dem Bauch liegt.

Und er, was er wollte, doch kriegt. Glaubt er.

Doch sie weiß mehr. Ohne ihm in die Augen zu blicken,

geschieht hinter ihrem Rücken.

Alles und Nichts.

© Elis-Katha