Momente

UND IMMER WIEDER

streift sie meine. Beim stummen Nebeneinander. Nicht zum Reden bin ich aufgebrochen, sondern ins Gehen geflüchtet. Vor der Wortlosigkeit. Um den Schmerz in mich zu heulen, den dir meine Augen dann doch verraten. Und immer wieder sucht sie meine. Deine Hand.

KEINESFALLS

bin ich um Worte verlegen. Nur zu müde, um sie noch zu ordnen, bevor ich sie entlasse. Und ihr Schwall dich umwirbelt, sodass dir und mir der Atem ausgeht. Ich lasse sie ruhen. Feile an ihren Ecken und Kanten, bis sie sanft werden. Mit dir und mir.

MANCHMAL

lache ich mir in den Bauch mit dir, bis es weh tut. Wie beim Weinen. Oder drücke meinen gegen deinen. So, dass ich uns beim Atmen spür. Manchmal mag ich dich einfach nur umbauchen. Die Arme dazu brauchen. Ist doch nicht verwunderlich.

SZENE

Linker Ellenbogen. Am Esstisch aufgestützt. Linke Wange. In linke Hand gebettet. Rechte Hand. Ruht auf leerem Blatt. Drei Finger ergreifen Stift. Buchstaben purzeln heraus. Reihen sich ein. Ordnen sich unter. Erzählen. Bedecken das Blatt. Mit dir.

FELSENFEST

Von der Wut angetrieben rasten Worte aus meinem Mund. Und prallten an dir ab. Wie meine Fäuste. Dabei wollte ich dir Worte malen. Aber alles sah schwarz aus. Für Farben war ich blind geworden. Deine Stärke ist mein Glück!

REFLEXION

So, wie der Himmel sich im See erkennt, habe ich mich in dir gesehen. Und bin erschrocken! Die Schwere bedingungsloser Liebe zog mich nach unten. Ich hatte Angst, darin zu ertrinken.

WIE KANN ICH

dieser Liebe standhalten? Wenn nicht mal Widerstehen möglich ist. Ich will versuchen, zu gehen. Mit dir. Und tanzen. Because I feel, that you are tougher than the rest.

MISSVERSTANDEN

Du wolltest mich schonen. Ich fühlte mich hintergangen. Fremdheit. Zwischen uns. Du schenktest mir Vertrauen. Ich verlor den Glauben. Distanz. Zwischen uns. Du hattest den Mut. Ich wünschte zu verstehen. Verbundenheit. Zwischen uns. Du stelltest mich der Liebe vor. Ich lernte sie besser kennen. Und fing an, sie zu mögen. Sehr!

AUF DER COUCH

Vor dir. Wusste ich nicht, dass ich am Haaransatz kitzlig bin. Seit dir. Lesen wir. Einander aus Büchern vor. Mit dir. Sehe ich Filme, die uns beiden gefallen. Neben dir. Sitzt mein Hund, der wieder schneller war als ich.

SCHEU

Wenn du zurück bist, bleibe ich diesmal ganz still. Und gebe der Liebe Raum. Bitte verzeih, dass ich fremdle.

AUS LIEBE

bist du hier. Doch ich habe Angst. Vor dir. Vor ihr. Denn sie verändert mich. Macht mich verletzlich, ängstlich. Und deshalb bin ich wütend. Auf dich. Auf mich. Weil ich so nicht sein mag. Verletzlich und ängstlich. Habe ich mich in der Hingabe verloren? Ich erkenne mich nicht wieder. Aber du erkennst mich. Und bist immer noch hier.

ANIMUS

Nie zuvor begegnete mir eine. Solch wunderschöne Seele. Wie die deine.

© Elis-Katha