Müde Köpfe

an dunklen Scheiben. Wir schaukeln. Durch die Nacht. Bis wir aus Träumen fallen. Erschreckt vom Quietschen. Der Bremsen? "Die gehen noch lang", meint der Fahrer beruhigend. Mein Schlaf ist vorbei.

Ich werde mich drauf verlassen müssen. Der Fahrer des Sprinter ist der Mann meiner besten Freundin. Seit mehr als 30 Jahren Mechaniker. Und wir sind zu sechst unterwegs nach Rovinj. Sie beide mit ihrem jüngsten Sohn. Sowie mein Jüngster, unsere Hündin und ich.

Ein Haus mit Garten habe ich für uns gebucht, direkt in der Altstadt. Am Hügel, neben der Kirche der Hl. Euphemia, werden wir wohnen. Sind selbst überrascht, wie nah dran wir an allem sind. Und doch geschützt. Das Touristenleben zieht am schmalen Gartentor vorbei. Ganz wenige wagen einen Blick herein. Bemerken kaum den Eingang zu diesem kleinen Paradies. Das von einer schützenden Mauer umgeben ist.

Unsere Hündin bemerkt jeden. Macht auf sich und uns aufmerksam. Manchmal sitzt sie ganz ruhig davor und hält ihre schwarze Nase hinaus. Verlockt Menschen, sie zu streicheln. Auch Katzen und Möwen müssen akzeptieren, dass dieser Garten für eine Woche Gina's Revier ist.

Morgens bin ich die Erste, die aufsteht. Gina braucht Wiese, wovon es zum Glück rund um die Kirche genügend gibt. Der "Garten" beim Haus ist gepflastert. Bis auf einen schmalen bepflanzten Streifen. Der jedoch genügt, um zu schnüffeln und zu markieren. Dann gehen wir die schmalen Gassen hinunter. Zum Hafen. Zum Markt. Zum Bäcker. Begegnen vielen Vier- und ihren Zweibeinern.

Mit frischem Gebäck und Brot kehren wir zu den Erwachenden zurück. Bereiten gemeinsam das Frühstück vor. Meine Freundin hat immer, in jedem Nicht-Hotel-Urlaub, ein riesiges Nutella-Glas dabei. Das mögen die Jungs. Üppig und gemütlich beginnen die Urlaubstage.

Dann wird das Badezeug gepackt und vier von uns machen sich mit den Rädern auf zu den Kieselstränden. Gina und ich folgen zu Fuß. Und brauchen unsere Zeit. Denn schon im Hafen unten will sie endlich ins Wasser. Ich werfe ihr den Aqua-Kong und sie holt ihn unter den Augen manch Belustigter mehrmals heraus.

Das tägliche kilometerweite Gehen auf Pflaster und Straße ist anstrengend für meine Füße. Und für Gina, weil alles aufgeheizt ist. Es kaum weiche Bodenflächen gibt. Umso mehr genießen wir die Badebuchten und schattigen Pinienwälder, die etwas außerhalb liegen. Das mitgetragene Trinkwasser im Rucksack reicht meist nur knapp aus. Bis wir wieder unsere Unterkunft erreichen. Ermattet ankommen. Die anderen schon wieder ausgeruht sind.

Abends gehen wir gemeinsam essen. Kroatische Küche. Ein Genuss. Beim Zurückschlendern halten wir inne. Lassen uns vom Spiegeln der Abendsonne im Meer verzaubern. In der Gasse zum Haus erkennt der tägliche Käseverkäufer bald meine Leidenschaft. Für seinen unwiderstehlichen Ziegenkäse.

Die Jungs haben sich. Und wir drei lassen im Garten die vollen Tage ausklingen. Mit Wein. Blicken mit müden Köpfen in die leuchtende Nacht. Bevor wir uns niederbetten.

© Elis-Katha