SO! Und jetzt sage ich IHNEN mal was!

Ich bin sicher NICHT hysterisch! Von Schmerzen brauchen SIE mir nichts erzählen. Drei Kinder habe ich zur Welt gebracht. Ich weiß, was Schmerzen sind. Und es tut mir im Moment RICHTIG weh! Ich liege ja schon eine Weile hier. Mit meinem ATMEN versuche ich nur, meine Schmerzen halbwegs auszutarieren. SO! Und jetzt wissen SIE'S!

DAS musste er sich anhören. Es zischte geradezu aus meinen zusammengepressten Lippen. Puh! Hatte ich einen Zorn. Da kam der Herr Krankenpfleger des Weges. Hörte mich leise wimmern und laut atmen. Und meinte, ich solle mich doch zusammenreißen, sonst würde ich noch hyperventilieren.

Ich lag am Gang in einem Krankenbett. Im 1. Stock des UKH. Notaufnahme. Und musste warten. Die Dosis der ersten Schmerzspritze meines Hausarztes hatte wohl nachgelassen. Meine linke Hand war völlig verdreht und auf ein mehrfaches angeschwollen. Und mein Kreuz tat mir weh. Vielleicht war ich doch leicht in Panik? Kann sein. Ich hatte etwas Angst um meine Bandscheiben. Und meine Hand war in nächster Zeit sicher nicht für Büroarbeiten zu gebrauchen.

Ich war beim Hochklettern rücklings vom Hochbett gestürzt. Dieses Hochbett war eine Sonderanfertigung in über zwei Metern Höhe. Noch während des Falles wollte ich mich im Reflex abstützen. Das hat mein Handgelenk mir sehr übelgenommen. Mit einem Schrei landete ich krachend auf dem Holzboden. Mein großer Sohn, der im Nebenzimmer schlief, war davon aufgewacht. Und kam herüber. Sah mich am Rücken liegen. Und rief den Notarzt.

Sein kleiner Bruder, wegen dem ich in diesem Zimmer geschlafen hatte, weinte. Er war dieser Tage krank und deshalb blieb ich des Nächtens bei ihm. Er lag im unteren Bett, war durch Husten und Schnupfen munter geworden. Nur deshalb war ich runtergeklettert. Bei ihm am Bett gesessen, bis er wieder eingeschlafen war. Und wollte anschließend wieder hochklettern. Weil das diese Nacht jedoch mehrmals vorkam, war ich irgendwie "tramhapert", wie man bei uns sagt. Also ganz verschlafen, weil total übermüdet. Deshalb schaffte ich es nicht mehr, mein Bein nochmals über das Bettgeländer zu schwingen. Verlor den Halt und fiel.

Nun kam auch mein Mann dazu, der ebenfalls "endlich" munter geworden war. Und schimpfte erst mal. Das war seine Art, mit Situationen umzugehen, in denen er hilflos war. Denn ich fiel jetzt aus. Für einige Zeit. Meinen großen Sohn bat ich, sich erst mal um seinen kleinen Bruder zu kümmern. Der Notarzt war schnell da und mit ihm die Rettung. In einem Tragetuch hievten mich die Sanitäter durch das enge Stiegenhaus. Eine Rettungsliege wartete vor der Haustür.

Und nun lag ich wartend am Gang. Bis ich in der Handambulanz endlich mit weiteren Schmerzmitteln versorgt wurde. Beim vorerst lokalen Einrichten der Speichenfraktur wurde mir übel. Das Röntgenbild zeigte dann doch einen etwas komplizierteren, instabilen Knochenbruch. Der operativ verplattet werden musste. Die Platte bleibt für immer. Und zu fast 100% ist mein Handgelenk wieder voll beweglich.

© Elis-Katha