When my Jesus washed ...

oh, when he washed ... he washed my sins away! Oh, it's a happy day!

Yeah! Ich wusste es. Gospel singen ist irgendwie göttlich. Es kommt von ganz tief drinnen. Aus mir. Ist einerseits erdig. Andererseits überirdisch. Und befreit. Von allen "Sünden". Allem, was mich niederdrückt. Festhält.

Das Singen macht mich leicht. Trägt mich. Mit dem Chor. Der Gemeinschaft. Der gemeinsamen Leidenschaft. Und wie unser Chorleiter immer wieder sagt, ist ihm nicht so wichtig, dass wir 100 % richtig singen. Sondern mit Leidenschaft. Bis in die Fingerspitzen.

Das kann er haben. Von mir. Leidenschaft. Wer mich schon länger kennt, weiß, wann ich gut aufgelegt bin. Nämlich, wenn er mich singen oder summen hört. Bei der Hausarbeit oder beim Kochen. Vielleicht motiviere ich mich damit auch unbewusst für die nicht immer so geliebten Tätigkeiten.

Ich scheue mich nicht davor, vorm Christbaum hörbar mitzusingen oder Geburtstagslieder für Freunde und Familie anzustimmen. Mag sein, dass es manchmal eher laut als harmonisch von den Tönen her klingt. Aber sogar meine Kinder haben ihre Jungmenschenzeit mit unzähligen von mir vorgesungenen Kinderliedern gut (und gerne) überstanden.

Nicht erst seit Sister Act bin ich ein Fan des Gospels. Seit jeher faszinieren mich diese Chöre und ihre Solosänger. Sie zu hören und vor allem sie beim Singen zu sehen, geht mir nicht nur unter die Haut. Sondern bis ins Herz. Weil sie pulsieren. Miteinander.

Darum meldete ich mich zu einem Gospel-Workshop an. Endlich traute ich mich. Schon lange wollte ich mal im Chor singen. Das Singen lernen. Und wissen, wo meine Stimme hingehört. Zu den Sopranisten jedenfalls nicht. Hohe Tonlagen kann ich nur erkreischen. Um dann abzustürzen. Im wahrsten Sinne nach unten zu kippen. Und der Hals tut danach weh.

Also zu den Altstimmen. Das war eine nette Truppe. Und vor allem so lustig. Wow! Was haben wir tief gesungen. Oder gar gebrummt. Besonders beeindruckt haben mich die Männer. Es waren ja im Vergleich zu uns Frauen nur wenige dabei. Aber ihr Singen hatte was ganz besonderes an sich. Manchmal wünschte ich mir, bei den Männern mitzusingen. Obwohl es sich schwieriger anhörte.

Mittlerweile hatten wir uns ein Repertoire anersungen, dass in wenigen Wochen bei der Abschluss-Session mit Band vorgetragen werden sollte. Es fehlten nur noch die Solisten. Dabei darf sich jeder zum Vorsingen melden, der Mut und Lust hat. Mit Mikro, auf der Bühne, vor anderen, zu singen.

Mein Lieblings-Gospelsong war dabei. Ein Traum konnte wahr werden. Ich meldete mich. Zum Vorsingen kommende Woche. Erstaunlich wenige waren wir, die es probieren wollten. Zum Glück hatte ich Ulli an meiner Seite. Wir würden beide unseren Part haben. Sie übte mit mir bei sich zuhause. Wir stimmten sogar unser Outfit ab.

Der Saal war voll. Mein Lebensgefährte kam auch zum "Konzert". Als ich ihn danach fragte, wie es ihm gefallen hatte? Wie ich war? Da meinte er: "Es war ...sehr mutig."

Danke! Das war's dann mit Singen. Solo jedenfalls.

© Elis-Katha