An alle Geschichtenerzähler dieser Welt

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An all die wunderbaren Geschichtenerzähler dieser Welt - euch gilt meine Homage. Ja, wenn man etwas als Geschenk betrachtet, wenn etwas so sehr zur Bereicherung geworden ist, dann ist das wohl eine kleine Liebeserklärung wert, denke ich.

Es gibt diese Momente, da möchte ich mein eigenes Leben, meine Tagesprobleme, meine allmorgendlichen Sorgen oder ganz einfach meinen mir wohlbekannten Alltag etwas beiseite schieben. Möchte Neues erfahren, möchte vielleicht einfach abgelenkt werden. Und dann ist es wieder so weit. Ich werde Teil von storyone und picke mir eine heraus. Ich tauche ein in die wunderbare Welt eurer Geschichten und der Alltag bekommt für mindestens 2 Minuten eine neue Dimension. Ungefähr so lange dauert es, bis ich eine Geschichte von storyone gelesen habe. Und dann hängt es davon ab…...Viele Geschichten bringen mich zum Schmunzeln, manche auch herzhaft zum Lachen, andere wieder berühren mich zutiefst. Und manchmal gibt es Geschichten, die mich auch weniger ansprechen. Das aber gerade ist das Wunderbare am Geschichtenschreiben. Es ist alles erlaubt, es gibt keine Vorschriften, keine Vorgaben, es muss keinem Leserwunsch entsprochen werden – es ist Platz für pures Leben.

Gerade diese Vielfalt macht das Geschichtenlesen zu etwas Besonderem. Die meisten von euch erzählen von sich, was mal war oder was gerade ist. Vergangenes und Gegenwärtiges bekommen einen sehr persönlichen Ausdruck und nehmen mich ein Stück mit auf diesen, euren Lebensabschnitt. Und wir alle wissen ja, es waren einst Geschichten, die immer weitererzählt wurden und dabei Weltreligionen entstehen haben lassen. Die Weltordnung wäre ohne Geschichten vielleicht anders verlaufen. Geschichten haben gewaltige Kraft, brauchen ihre kreativen Schreiber und leben durch all jene, die sie lesen. Im Großen wie im Kleinen verfügen sie über die Macht, Dinge zu verändern. Sie können den Blickwinkel verändern. Wie wenn man auf einem Hügel steht und sich rundum dreht - immer ist die Sichtweise eine völlig andere. Aber auch nur dann, wenn man seinen Blick auf das Geschriebene unvoreingenommen richtet.

Und so gerne, wie ich eure Geschichten lese, so gerne schreibe ich sie auch selbst. Wir alle spielen mit Worten, regen mit Metaphern die Fantasie an, Sprache bekommt Farbe, einen Klang, wir lassen Bilder in den Köpfen unserer Leser entstehen. Eure Geschichten wecken Gefühle in mir, machen mir Mut und inspirieren mich zu Neuem. Ich denke, all unsere Geschichten lassen uns aneinander wachsen und dafür bin ich dankbar. Silbe an Silbe, Wort an Wort, Satz an Satz, Story an Story – da hat sich etwas aufgetan, das uns verbindet. Jene, die schreiben und jene die lesen. Ein loses Band, das dennoch Anker sein kann. Eine feste Verbindung, die trotzdem jedwede Freiheit zulässt. Eine perfekte Synergie. Also lasst uns nicht aufhören einander Geschichten zu erzählen und gestattet mir meine kleine Liebeserklärung ans Geschichtenschreiben und Geschichtenlesen.

© Elke Fürpaß