AUTOPANNE & HURRICANE ALERT IN DEN USA

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AUTOPANNE & HURRICANE ALERT IN DEN USA | story.one

Wir haben schon viele Reisen nach Amerika gemacht.

Das Land ist unbeschreiblich.

Die Menschen, die wir dort getroffen haben, faszinierten mich. Sie waren komplett anders, als viele bei uns denken.

Alle waren durchwegs freundlich und hilfsbereit – strahlten eine gewisse Leichtigkeit aus.

Ich bin jedes Mal dort wie in einer anderen Welt angekommen und als neuer Mensch weggeflogen.

Meine Lieblingsstadt ist New York. Diese Stadt versprüht eine Energie – unglaublich!

Mein Mann ist dort mit dem Leihwagen mit einer Selbstverständlichkeit über die Brooklyn Bridge nach Manhattan zum Hotel gefahren, als würden wir hier leben.

Egal, ob wir bei unseren Sight Seeings durch Amerika irgendwo stehen blieben, um (damals noch) auf der Karte nach dem Weg zu suchen oder sonst irgendwie hilfesuchend in die Gegend schauten, es war immer sofort jemand zur Stelle, der UNS fragte, ob er uns helfen kann.

So etwas habe ich bei uns noch nie erlebt.

Eines Abends, nach einem gemütlichen Abendessen in einem Restaurant, wir wollten uns gerade auf den Heimweg machen...

Mein Mann startete den Wagen – wie in Amerika üblich Automatik – und schwupps – der Wagen setzte mit einem Satz nach vorne über einen Randstein und blieb dort liegen.

„Oh Gott, was sollen wir denn jetzt nur machen!!?“ dachte ich.

Der Wagen ließ sich nicht mehr zurückfahren, die Reifen drehten durch, mein Mann fluchte.

Völlig fassungslos standen wir neben dem Auto.

Keine 5 Minuten später kam ein ganzes Rudel stämmiger Amerikaner auf uns zu.

Irgendjemand musste den Vorfall beobachtet und den Gästen im Restaurant davon berichtet haben.

Die Männer fragten nicht lange.

Umzingelt von ein paar „Schwarzeneggers“ versuchten alle gemeinsam den Wagen hoch- und herauszuheben.

Unmöglich.

Wir waren erleichtert als der Abschleppwagen kam, den der Restaurantbesitzer gerufen hatte.

Überwältigt von so viel Hilfsbereitschaft fuhren wir zurück ins Hotel.

LANDFALL HURRICANE FLORIDA, USA

Einige Tage danach fuhren wir weiter nach Florida, genauer gesagt nach Key West.

Niemand von uns hätte gedacht, daß wir einmal bei einem Hurricane Alert in den USA dabei sein würden.

Wir sahen am Abend im Fernsehen die Warnung der Behörden. Eine Evakuierung stand unmittelbar bevor.

Ich wurde nervös, verstand nicht warum man uns im Hotel noch nichts gesagt hatte.

„Sie werden uns schon rechtzeitig informieren, was zu tun ist“ meinte mein Mann ruhig.

„Komm, wir gehen jetzt zur Rezeption und fragen SOFORT nach!“ sagte ich.

Die Rezeptionistin erklärte uns, daß erst am nächsten Morgen mit der Evakuierung begonnen würde.

Ich hatte die Bilder aus dem Fernsehen im Kopf, wo sich eine kilometerlange Autoschlange über sämtliche Brücken der Keys zog.

Ich hatte Angst, wir würden irgendwo mitten drin feststecken, während der Hurrikan bereits auf das Land traf.

Während die Amerikaner rundherum begannen, ihre Häuser zu verschanzen, traten wir noch am selben Abend entlang der Evacuation Route die Flucht in den Norden an...

© Elli-Heiglmaier 17.10.2019